Die 23. PRIDE PICTURES gehen erfolgreich zu Ende Featured

Der Vorhang ist geschlossen und das 23. PRIDE PICTURES – Queer Film Festival Karlsruhe Geschichte. Mit einem Besucherrekord von mehr als 1000 Kinogängern endete unser sechstägiges Filmfestival im Studio 3 der Kinemathek Karlsruhe.

Der Eröffnungsfilm „Kater“, dem diesjährigen Gewinner des TEDDY-Award der Berlinale 2016, startete in einem ausverkauften Haus mit medialer Präsenz. Die Landeschau aktuell des SWR-Fernsehens berichtete. Das PRIDE PICTURES-Festival war in diesem Jahr mit dem Anspruch gestartet, queerer und bunter zu werden und die „schwul-lesbischen“ Grenzen zu sprengen. Das Programm mit internationalen Langfilmen, Dokumentationen und den beliebten Kurzfilmnächten zog ein breiteres Publikum als in den vergangenen Jahren an. Das Kinopublikum, gemischt mit queerer und nicht queerer Ausrichtung, vertreten in allen Altersgruppen, honorierte unsere Filmauswahl mit durchweg guten und sehr guten Bewertungen. Weitere Highlights des Festivals waren die internationale Produktion „Sworn Virgin“ sowie die Europapremiere des Filmes „Liberty`s Secret“ in Anwesenheit des US-amerikanischen Regisseurs Andy Kirshner.

Die PRIDE PICTURES-Party, veranstaltet im Badischen Staatstheater, trat mit der Wahl des Veranstaltungsortes in das Rampenlicht des Kulturlebens Karlsruhe. Verknüpft mit den positiven Resonanzen des Festivalpublikums ist ein weiterer Schritt gelungen, sexuelle Ausrichtungen aller Couleur in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Der Erfolg dieses Festivals soll Anspruch und zugleich Herausforderung für die 24. PRIDE PICTURES im Herbst 2017 sein.

Bis dahin bleiben wir aktiv und zeigt Flagge. In Kooperation mit dem La Vie, Queeres Jugendzentrum Karlsruhe, wird am 14.10.2016 der Film „Aus der Haut“ im La Vie präsentiert. Zum Welt Aids Tag zeigen wir im Studio 3/Kinemathek am 02.11.2016 den Film „Who`s gonna love me now?“. 

Frühstückskino zum Welt-Aids-Tag: SORRY ANGEL

Unser Beitrag zum Welt-AIDS-Tag, in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V.

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde …

Christophe Honoré zählt seit seinen Kritikerlieblingen MEINE MUTTER (2004) und CHANSON DER LIEBE (2007) zu den aufregendsten europäischen Regisseuren seiner Generation. Sein neuer Film, der im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt wurde, ist ein intimes und generationenübergreifendes Zeitstück über das Leben in der Pariser Bohème in der Hochphase der Aids-Krise. In den Hauptrollen glänzen mit Pierre Deladonchamps (DER FREMDE AM SEE) und Vincent Lacoste (JUNGS BLEIBEN JUNGS, EDEN) zwei Hoffnungsträger des jungen französischen Kinos. Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

25.11.
10–13 Uhr Frühstück
ab 13.30 Uhr Filmvorführung
Kosten: 5 € (inklusive Film)
Sophienstraße 102, 76135 Karlsruhe
Infos & Anmeldung bis 20.11. unter
Tel. 0721 / 35 48 16 -0
oder per Mail

 

Logo der AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V.

25. PRIDE PICTURES mit neuem Besucherrekord

Gestern Abend haben wir mit GENDERBENDE unseren Festivalabschluss gefeiert. Und wir verzeichnen einen erneuten Besucherrekord zum diesjährigen Jubiläum! Mehr als 1800 Besucher*innen sahen an neun Festivaltagen 24 internationale Filmproduktionen und Kurzfilmprogramme.

Große Freude! Die Arbeit hat sich gelohnt.

Ob bei unseren Filmen, unserem erstmaligen PRIDE PODIUM oder bei unserem besonderen Highlight, der PRIDE PICTURES PARTY in der Alten Hackerei mit 450 Gästen – unser interessiertes Publikum war gut unterhalten und und dankte uns das mit viel Lob und Anerkennung. Auch die ein oder andere Kritik war dabei, und dafür sind wiederum wir dankbar. Denn wir wollen immer besser werden.

Wenn Ihr uns bei unserem nächsten ehrenamtlich organisierten Festival unterstützen wollt, dann könnt Ihr das tun in Form einer Fördermitgliedschaft, einer Spende, Eurer engagierten Mitarbeit oder Eurer Anwesenheit bei unseren Filmprogrammen.





Am 16. November sind wir wieder mit einer PRIDE NIGHT zurück:

 

Bis bald! Wir sehen uns!

 

Verleihung des 3. QUEERSCOPE-DEBÜTFILMPREISES

Ofir Raul Graizer wird in Karlsruhe für THE CAKEMAKER ausgezeichnet

Am 20.10.2018 wurde in der ausverkauften Kinemathek Karlsruhe im Rahmen der  25. PRIDE PICTURES | QUEER FILM FESTIVAL KARLSRUHE zum dritten Mal der QueerScope-Debütfilmpreis verliehen. Der mit 5.000 € dotierte Preis ging an das israelisch-deutsche Filmdrama THE CAKEMAKER. Damit würdigt QueerScope – Verband der unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland e.V. die Leistung des Regisseurs und Drehbuchautors Ofir Raul Graizer, der acht Jahre lang ohne deutsche Filmförderung an seinem Spielfilmdebüt arbeitete.

“Mit der Erhöhung des Preisgelds auf 5.000 Euro möchten wir ein Zeichen setzen und dazu beitragen, dass sich der Filmnachwuchs verstärkt mit queeren Themen auseinandersetzt. Umso mehr freut es uns, dass THE CAKEMAKER am 1. November bundesweit in den deutschen Kinos startet. Queere Filme gehören auch außerhalb der Festivals ins Kino“, betonte  QueerScope-Vorstand Ludwig Sporrer auf der Preisverleihung.

Seine Weltpremiere feierte THE CAKEMAKER auf dem 52. Karlovy Vary Film Festival und wurde vor Kurzem auch von der israelischen Akademie für Film und Fernsehen mit sieben Ophir Awards ausgezeichnet. Er geht als israelischer Beitrag um den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film 2018 ins Rennen.

Langsam und ruhig erzählt uns Ofir Raul Graizer eine nachdenkliche, berührende Geschichte, die die Verbindungen zwischen Berlin und Jerusalem, Deutschen und Israelis, Hetero- und Homosexualität, Untreue und Vergebung, religiösem Glauben und Säkularität, Liebe und Verlust beleuchtet. Es ist eine Geschichte über zurückhaltende Menschen und ihre Einsamkeit, geteilte Trauer und Liebe zum selben Mann, die in einer religiösen Gesellschaft nicht offenbart werden kann.

Die dargestellten Charaktere sind Symbole der Flüchtigkeit von Bindung und der Durchlässigkeit von Grenzen. Traurig und süß – und mit einer außergewöhnlichen Lyrik – glaubt THE CAKEMAKER an eine Liebe, die weder Nationalität, sexuelle Orientierung noch religiöser Glaube abschrecken kann.

Die Kooperation deutscher LSBTTIQ-Filmfestivals unter dem Namen QueerScope besteht bereits seit über einem Jahrzehnt. Im Mai 2017 wurde in Köln der Verband QueerScope e.V. gegründet und vertritt aktuell 16 Festivals in Deutschland. Zusammen zählen sie weit über 30.000 Besucher jedes Jahr. Mit dem 2016 eingeführten QueerScope-Debütfilmpreis soll der Filmnachwuchs gefördert und ermutigt werden, sich mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, intersexuellen, transidenten und queeren Themen auseinanderzusetzen.

2016 wurde bereits die Schwedin Sara Jordenö für ihren gefeierten Dokumentarfilm KIKI im Rahmen des  6. Filmfest homochrom in Köln ausgezeichnet. 2017 erhielt beim 21. Queer Filmfest Weiterstadt der britische Regisseur und Drehbuchautor Francis Lee für sein Drama GOD’S OWN COUNTRY den Preis.

Für den 3. QueerScope-Debütfilmpreis waren 36 Debütfilme der Produktionsjahre 2017 und 2018 nominiert. Die QueerScope-Festivals freuen sich in diesem Jahr mit THE CAKEMAKER einen stillen, ernsthaften und sensiblen Film über eine Liebe auch jenseits der Geschlechtergrenzen prämieren zu können.

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr in der Kinemathek Karlsruhe bei den 25. PRIDE PICTURES, einem der ältesten queeren Filmfestivals in Deutschland, statt. “Es freut uns außerordentlich, den Debütfilmpreis zu unserem Festivaljubiläum verleihen zu dürfen. Damit setzen wir in Karlsruhe ein wichtiges Zeichen für die queere Kulturlandschaft,” so PRIDE PICTURES-Vorstand Andreas Stockert. Im Anschluss wurde der Film in Anwesenheit des Regisseurs und Drehbuchautors Ofir Raul Graizer, mit abschließender lebhafter Diskussion präsentiert.

www.queerscope.de

 

PRIDE NIGHT am 16.11.: ROMEOS

Gerade hat Lukas sein Coming Out in der Provinz hinter sich gebracht, da tritt er sein neues Leben in der Großstadt Köln an. Doch gleich bei Ankunft im Zivi-Wohnheim landet er als einziger Junge im Schwesterntrakt. Immerhin wohnt da seine beste Freundin Ine, die mittlerweile bestens in die schwul-lesbische Szene der Domstadt integriert ist.

Unerwartet befindet er sich inmitten eines neuen Freundeskreises und auch gleich seines ersten Flirts mit dem äußerst attraktiven Macho Fabio. Aus der anfänglichen Faszination der ungleichen Jungs für einander entwickelt sich mehr und mehr – bis Fabio hinter das Geheimnis von Lukas kommt, und nun alle gezwungen sind, etwas für ihre Gefühle zu riskieren…

Ein grandioser Film über Liebe, Freundschaft und ein ungewöhnliches sexuelles Erwachen. Deutscher Film, der wieder Spaß macht – gut gelaunt und schwärmerisch dazu. Absolut sehenswert!

Prädikat ‚WERTVOLL‘ – Deutsche Film- & Medienbewertung (FBW)

 

ROMEOS
von Sabine Bernardi |Deutschland 2011 | 94 min
16.11., 21.15 Uhr in der Kinemathek Karlsruhe

 

Mit freundlicher Unterstützung von

 

 

Text (c) PRO-FUN MEDIA GmbH

25. PRIDE PICTURES – unser Jubiläumsprogramm ist online!

Vom 13. bis 21.10. findet das 25. PRIDE PICTURES | QUEER FILM FESTIVAL KARLSRUHE statt.
Zum Jubiläum gibt es ein Wochenende mehr GANZ GROSSES KINO, das neue PRIDE PODIUM im Jungen Staatstheater, die QueerScope-Debütfilmpreisverleihung und eine pompöse PARTY in der Alten Hackerei. Tickets sind ab 1.10. wie üblich an der Kinokasse (Kaiserpassage 6) oder online auf www.kinemathek-karlsruhe.de erhältlich.

Das ausführliche Programm gibt’s auch in gedruckter Form überall in der Stadt.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Baden-Württemberg-Stiftung, Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, Füllhorn Biomarkt, Volkswohnung, Stadt Karlsruhe Kulturamt Kulturbüro, INKA

… auch als PDF

Wir sehen uns im Oktober!

PRIDE PICTURES PARTY

Party für Freund*innen der tanzbaren Musik

Feiern! Ihr mit uns, wir mit Euch. Jubiläum und QueerScope-Filmpreis geben Anlass auf zwei Floors mit euch durch die Nacht zu tanzen. Karlsruhes buntes Partyvolk trifft sich auch 2018 in der ALTEN HACKEREI zu DER queeren Festivalparty des Jahres. Lasst uns unsere körpereigenen Wasserhaushalte in Perlwein-Haushalte verwandeln.

Nach der Preisverleihung um 19.30 Uhr lassen wir ab 22.00 Uhr die Beats los und empfangen Euch im besten Fummel und in Jubel-Laune.

Location: ALTE HACKEREI Karlsruhe,
Alter Schlachthof 11, 76131 Karlsruhe
Time: 20. Oktober 2018, ab 22 Uhr
Mit: DJane LeFrik, Dr. Brown, Joerkin Joe
Eintritt: 5,– €, mit Kinoticket 3,– €,
Fördermitglieder haben freien Eintritt
ÖPNV: Haltestelle Tullastraße/Verkehrsbetriebe

Dresscode: Come as you are, come as you like. Glitzer und Glamour geht immer.

Samstag 20.10. ab 22.00

PRIDE PODIUM

Ein Abend mit Gästen aus Forschung, Politik, Jugendarbeit & -beratung

Im Dialog wollen wir Meinungsbildung und Orientierung fördern. Denn wer versteht schon wirklich „Vielfalt von Geschlecht“? Es geht um Definition und Bedeutung von Begriffen wie „intersexuell“, „transsexuell“, „nicht-binär“ und „cis“?

Wir stellen uns die Frage wie viele Geschlechter es eigentlich gibt? Mehr als zwei? Was bedeutet das für die jeweiligen Menschen? Warum sprechen manche von Genderwahn? Können wir mit den verschwimmenden Geschlechtergrenzen umgehen?

 

17.00 Uhr
EQUALITY DIVERSITY INCLUSION
Vortrag von Muriel Aichberger

18.30 Uhr
VIELFALT ER-LEBEN
Vortrag von Balian Buschbaum 

im Anschluss
PODIUMSDISKUSSION

mit
Muriel Aichberger Speaker & Coach
Juli Avemark Sozialpädagogin
Holger Edmaier Kabarettist, Komponist & Moderator
Lara Herning Rechtsreferendarin & Referentin am Queerreferat der Universität Heidelberg
Johanna Schmidt-Räntsch Bundesrichterin
Andreas Stockert PRIDE PICTURES
Moderation
Balian Buschbaum Autor, Speaker & Coach

Montag 15.10. ab 17.00 – ca. 21.00
Junges Staatstheater in der Insel, Karlstr. 49b

Der Eintritt ist frei & wir freuen uns auf Euer zahlreiches Erscheinen!

 

PRIDE PICTURES PRUNCH

Steinstraße 23, 76133 Karlsruhe

Für das traditionelle Festivalfrühstück haben wir wieder das Glashaus des Café Palaver reserviert. Dieses Jahr schon am Startwochenende könnt Ihr à la Carte Euren Gaumen wecken, Euch mit netten Leuten treffen und dabei Appetit auf’s Festival bekommen. Wie immer gibt es keine Voranmeldung. Schaut einfach spontan, ob Ihr noch ein Plätzchen findet. Das Festivalteam freut sich schon auf Euch. Stoßt mit uns und einem Sekt auf die Jubiläumsausgabe 25. PRIDE PICTURES an.

Sonntag 14.10. 11.00

GENDERBENDE

SOPHIE DROS | NIEDERLANDE 2017
68 MIN. | HOLLÄNDISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

GENDERBENDE ist eine einfühlsame Dokumentation über sieben queere Persönlichkeiten, die sich niemals männlich oder weiblich gefühlt haben, sondern immer irgendwo dazwischen. Sie nehmen uns mit auf eine Reise in ihre Welten, fernab von binären Denkweisen.

Regisseurin Sophie Dros spielt bewusst mit den aufkommenden Kuriositäten, die etwa entstehen durch Interesse oder Unverständnis für alles außerhalb der Gendernorm. Und so drängt sich die Frage auf, ob nicht jeder irgendwie genderfluid ist, der nicht in die eingebrannte binären Genderstrukturen passt. Auf der anderen Seite verbinden viele Menschen mit „genderfluid“ ein ständiges hin und her, des „mal männlich-, mal weiblich-Fühlens“. Aber was, wenn ich mich doch einfach immer gleich und vor allem richtig fühle in meinem Körper? Und lediglich die Wahrnehmung für Außenstehende meist nicht der meinigen entspricht? Es sind die Schranken in den Köpfen, die bisweilen Hindernisse darstellen. Als genderqueerer Mensch geht es nicht darum sich einzuordnen, schon gar nicht in Schubladen. So führt der Versuch im Film, die Protagonisten zu einer binären Aussage über sich zu bringen, bestenfalls zum Schmunzeln und lässt sie auf dem Weg zu einer Antwort mächtig kreativ werden. Der Film verdeutlicht eindringlich, dass zum Bestehen in einer überwiegend binär geprägten Welt vor allem eines gehört: Eine gehörige Portion Selbstbewusstsein.

So lässt sich der Film auch als Appell verstehen, die binären Denkstrukturen aufzubrechen – wenigstens zu überdenken – und stattdessen den individuellen Charakter eines Menschen genauer zu betrachten: Wenn jede*r einfach so sein darf, wie es sich für ihn*sie richtig anfühlt, braucht es keine Schubladen, sondern nur ein gesundes Gespür für sich selbst.

Sonntag 21.10. 20.00

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GLORIA AND GRACE

A GLÓRIA E A GRAÇA
FLÁVIO R. TAMBELLINI | BRASILIEN 2017
96 MIN. | PORTUGIESISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Grace ist eine alleinerziehende Mutter, die als Massage-Therapeutin arbeitet und mit ihren zwei Kindern, Moreno (8) und Papoula (15), zusammenlebt. Eines Tages wird bei Grace ein Hirnaneurysma diagnostiziert, welches jeden Augenblick platzen könnte. Aus Sorge darüber, wer sich im Falle ihres Todes um ihre Kinder kümmert, beschließt sie Kontakt zu ihrem Bruder Luiz Carlos aufzunehmen, den sie seit über 15 Jahren aufgrund eines Streites nicht mehr gesehen hat. Als beide aufeinander treffen, steht Grace jedoch nicht vor Luiz Carlos, sondern vor Gloria, einer schönen, erfolgreichen und unabhängigen Transfrau, die mittlerweile ein Restaurant besitzt. Gloria reagiert zunächst verbittert und ist abgeneigt, wieder ein Teil der Familie zu werden. Nach anfänglichem Zögern entscheidet sie sich jedoch, Graces Einladung zu folgen. Gloria erkennt schließlich, dass sie Mutter werden muss, um sich vollständig zu fühlen.

GLORIA UND GRACE ist ein mitreißendes Familiendrama, welches die Beziehungsdynamik zwischen Geschwistern thematisiert. Zwischen den beiden existieren viele Missverständnisse, Ressentiments und Geheimnisse, die jahrelang ungelöst blieben und dazu führten, dass sich die Familie auseinanderlebte. Der Film bietet eine ausgewogene Mischung an dramatischen und komischen Momenten.

Von der Idee bis zum fertigen Film verstrichen neun Jahre. GLORIA UND GRACE erfuhr besonders in den sozialen Medien heftige Kritik, weil die Hauptrolle nicht von einer „echten“ Transfrau gespielt wurde. Dennoch überzeugt Carolina Ferraz (Gloria) den Zuschauer in ihrer Rolle, nicht nur Dank des Make-Ups und der Prothesen, sondern vor allem aufgrund ihrer inspirierten Performance.

Donnerstag 18.10. 20.00

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LAS HEREDERAS

DIE ERBINNEN
MARCELO MARTINESSI | PARAGUAY/URUGUAY/DEUTSCHLAND/BRASILIEN/NORWEGEN/FRANKREICH 2018
95 MIN. | SPANISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Chela und Chiquita sind schon lange ein Paar. Mit den Jahren haben sie sich in einer festen Rollenverteilung eingerichtet. Die extrovertierte Chiquita regelt das gemeinsame Leben, Chela hingegen verlässt eher ungern das Haus. Lieber verbringt sie den Tag hinter ihrer Staffelei. Finanzielle Schwierigkeiten zwingen sie dazu, Teile ihres geerbten und geliebten Mobiliars – allesamt Erinnerungsstücke – zu verkaufen. Als Chiquita wegen Überschuldung ins Gefängnis kommt, ist Chela plötzlich auf sich allein gestellt. Mit ihrem alten Benz bietet sie einen Taxi-Service für wohlhabende ältere Damen aus der Nachbarschaft an. Beim Chauffieren lernt sie auch eine von deren Töchtern kennen, die junge, lebensfrohe Angy. Diese Begegnung lockt die eher passiv auftretende Chela aus der Reserve und lässt sie ihre eigenen Sehnsüchte neu entdecken.

So zurückhaltend und vorsichtig wie seine Heldin erkundet der Film die Außenwelt und richtet den Blick zunehmend auf eine Gesellschaftsschicht, die seltsam abgeschottet von der Wirklichkeit in den Tag hineinlebt. Wenn Chela ihre Freundin im Gefängnis besucht, entfaltet sich dagegen ein ganz anderes Bild von den Verhältnissen in Paraguay.

Freitag 19.10. 20.00

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THE CAKEMAKER

OFIR RAUL GRAIZER | ISRAEL/DEUTSCHLAND 2016
105 MIN. | HEBRÄISCH/ENGLISCH/DEUTSCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Thomas, ein junger deutscher Bäcker, hat eine Affäre mit Oren, einem israelischen Ehemann, der häufig geschäftlich in Berlin ist. Als Oren bei einem Autounfall in Israel stirbt, reist Thomas nach Jerusalem, um nach Antworten zu suchen. Unter einer geheimen Identität dringt Thomas in das Leben von Anat, der frisch verwitweten Frau seines Geliebten, ein. Die Konfrontation mit der ihm zuvor unbekannten Realität verwickelt ihn, weit über seine Vorstellungskraft hinaus, mit Anats Leben. Um die Wahrheit zu verbergen, entspinnt Thomas die Lüge seines Lebens – soweit, dass es schon bald kein Zurück mehr gibt.  

Traurig und sanft, mit einer außergewöhnlichen Poesie erzählt THE CAKEMAKER von einer Liebe, die weder von Nationalität, sexueller Orientierung noch religiöser Überzeugung abgeschreckt werden kann.

Wir freuen uns auf die Verleihung des 3. QueerScope-Debütfilmpreises an den israelisch-deutschen Spielfilm THE CAKEMAKER. Damit würdigt QueerScope, der Zusammenschluss von 16 deutschen LSBTTIQ*-Filmfestivals, die Leistung des Regisseurs und Drehbuch-autors Ofir Raul Graizer in seinem Spielfilmdebüt. Ofir Raul Graizer wird den Preis persönlich entgegennehmen.

Samstag 20.10. 19.30

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RIOT

JEFFREY WALKER | AUSTRALIEN 2018
105 MIN. | ENGLISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

RIOT basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt die Entstehung der „Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras“-Parade, ein dreiwöchiges Schwulen- und Lesbenfestival mit über 80 Veranstaltungen, welches jährlich hunderttausende von Teilnehmern und Zuschauern aus aller Welt anzieht.

1978 in Australien: Im Bundesstaat New South Wales stehen homosexuelle Handlungen noch unter Strafe; Diskriminierungen, Polizeigewalt und Verhaftungen sind für viele LGBTTQI-Menschen an der Tagesordnung. Als die Bestrebungen zur Entkriminalisierung der Homosexualität ins Stocken geraten, beschließt eine Gruppe von Aktivisten einen letzten Anlauf zur Gleichberechtigung zu starten und organisiert Sydneys allererste „Gay and Lesbian Mardi Gras”-Parade, um feierlich Freiheit, Akzeptanz und sexuelle Vielfalt zu zelebrieren.

Der Film gewährt den Zuschauern einen intimen, herz-ergreifenden Einblick in die Schwulen- und Lesbenrechtsbewegung der 70er Jahre sowie in das Leben leidenschaftlicher Individualisten, die angesichts allgegenwärtiger Schwierigkeiten und Gefahren unverdrossen für ihre Rechte kämpften und so einen Schlüsselmoment in der LGBTQI-Geschichte Australiens schufen.

Einen Spielfilm in unter 20 Tagen zu drehen ist kein leichtes Unterfangen. Der mehrfach preisgekrönte australische Regisseur Jeffrey Walker hat jedoch bewiesen, genau dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Authentisch und überzeugend dargestellt, versetzt RIOT den Zuschauer direkt in die Geschehnisse dieser Zeit und vermittelt ein Gefühl von Kampfgeist, Mut zur eigenen Sexualität und Hoffnung, dass auch die schlimmsten Umstände sich verbessern können, wenn man sich stark genug dafür engagiert.

Freitag 19.10. 18.00

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NINA

OLGA CHAJDAS | POLEN 2018
130 MIN. | POLNISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Nina, eine Mittdreißigerin, versucht ihre Ehe zu retten und zugleich ihren fast verzweifelten Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Verschiedene Bemühungen eine Leihmutter zu finden schlagen fehl. Mit der jungen, offen lesbischen Magda kontaktieren sie eine Frau, die für Nina und ihren Mann attraktiv scheint. Nina fühlt sich mehr und mehr zu Magda hingezogen. Ein gefährliches, sinnliches Spiel des Begehrens, der Zurückweisung und der Leidenschaft nimmt seinen Lauf … Magda und Nina entscheiden jeweils, was sie hinter sich lassen – und wie hoch ihr Einsatz ist, den sie bereit sind dafür zu zahlen.

Olga Chajdas zeichnet in ihrem Langfilmdebüt ein sensibles Porträt einer starken Frau – Nina, deren Welt sich durch die scheinbar unbeschwerte Magda öffnet. Die Kamera bleibt sehr nah an den Protagonisten und erzeugt eine starke, vibrierende Atmosphäre. Die Handlung ist eingebettet in die lesbische Szene Warschaus und zeigt die Gratwanderung zwischen sozialer Akzeptanz und konservativem, religiösem Denken auf.

Dienstag 16.10. 20.00

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DISOBEDIENCE

SEBASTIÁN LELIO | UK 2017
114 MIN. | ENGLISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Ronit, eine in New York lebende Fotografin, führt ein unbeschwertes Leben. Als sie erfährt, dass ihr strenggläubiger Vater Rav, ein in ihrer Heimat verehrter Rabbiner, verstorben ist, betäubt sie vorübergehend den Schmerz mit Alkohol und Sex. Widerstrebend steigt sie in ein Flugzeug nach London und kehrt in die enge Welt ihrer Kindheit zurück. Die im Stadtteil Hendon ansässige jüdisch-orthodoxe Gemeinde ist ein Kosmos für sich. Nirgendwo sonst sind die Küchen so koscher, die Röcke so lang und die Strümpfe so dick.

Sie trifft dort nicht nur auf alte Rituale und strikte Werte einer ihr fremd gewordenen Welt, sondern auch auf ihre Jugendliebe Esti, die mittlerweile mit ihrem Cousin, dem spirituellen Protegé ihres Vaters und Rabbi der Gemeinde, verheiratet ist. Doch die Anziehung der beiden Frauen erwacht erneut und wächst zu einer mutigen Liebesbeziehung in einem konservativen und homophoben Umfeld. Unweigerlich kommt es zum Konflikt zwischen Glaube und Begehren.

Für sein Transgenderdrama EINE FANTASTISCHE FRAU wurde der chilenische Regisseur Sebastián Lelio 2017 mit dem Teddy Award und 201 mit dem Oscar ausgezeichnet. In seinem neuen Film DISOBEDIENCE, beweist er aufs Neue bemerkenswerte Sensibilität für starke Frauenfiguren. Die kraftvolle Adaption von Naomi Aldermans Roman besticht durch die großartigen schauspielerischen Leistungen der beiden oscarprämierten bzw. -nominierten Hauptdarstellerinnen und eine atmosphärische Filmsprache. Lelio zeigt ein ebenso authentisches wie zutiefst berührendes Liebesdrama, das sowohl sinnlich als auch spirituell, tief bewegend und zärtlich ist. DISOBEDIENCE ist eine packende Auseinandersetzung mit den Grenzen des Glaubens, der Sexualität und der persönlichen Freiheit.

Mittwoch 17.10. 18.00

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KURZFILME: MEHR ALS SCHWUL

Erneut heißt es raus aus den Schubladen:
Unser schwules Kurzfilmprogramm wurde in diesem Jahr angereichert mit der Frage eines Sohnes, wie sich das Andenken des transsexuellen Elternteils nach dem Tod in Ehren halten lässt.

EL CASAMIENTO
VÍCTOR QUINTERO, SERGIO REY | SPANIEN 2017 | 26 MIN.
Die Großmutter bei der Hochzeit – kann das gut gehen? Ja, findet die Familie: Solange Oma denkt, sie sei zum Geburtstag des Enkels eingeladen.

GOLDFISH
YORGOS ANGELOPOULOS | GRIECHENLAND 2017 | 15 MIN.
Der Junge, der Vater und der schwule Goldfisch.

TIDAL
YENHSUN LEE | TAIWAN 2017 | 15 MIN.
Eine heimliche Seefahrerromanze in Taiwan, eine Beziehung wie Ebbe und Flut.

SILVIA IN THE WAVES
GIOVANA OLMOS | CANADA 2017 | 13 MIN.
Ein Sohn kämpft nach dem Tod des transsexuellen Elternteils um die wahre Identität und das richtige Andenken.

DARÍO
MANUEL KINZER, JORGE A. TRUJILLO GIL | DEUTSCHLAND/KOLUMBIEN 2018 | 15 MIN.
Darío liebt das Tanzen, seiner Mutter ist das nicht männlich genug. Ihr zuliebe arbeitet er bei seinem Onkel. Aber wird er trotz ihres Verbots seiner Leidenschaft nachgehen und am Karneval teilnehmen?

Wir zeigen die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Gesamtdauer: 84 MIN.

Sonntag 21.10. 17.30

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KURZFILME: QUEER IST MEHR

Darf’s ein bisschen mehr sein? Unsere queeren Schnittchen bieten Vielfalt für jeden Geschmack und bringen uns als Appetizer vor dem Eröffnungsfilm so richtig in Festivalstimmung.

 

DAUGHTER
RYAN CASSATA, MAXINE BOWEN | USA 2018 | 3 MIN.
Eine Transition und ihre Auswirkungen auf die Vater-Kind-Beziehung. Eine musikalische Aufarbeitung.

DANCES
RAMON WATKINS | AUSTRALIEN 2018 | 6 MIN.
Wahre Begebenheiten aus queeren Chats dargestellt durch Tanz und Animation.

AUJOURD’HUI
FLORENT SABATIER | FRANKREICH 2017 | 3 MIN.
Was wäre, wenn Homosexualität heutzutage verboten wäre?

UNIFORM
ELLIE FOUMBI, MICHAEL NIEDERMAN | USA 2017 | 11 MIN.
Was nicht passt, wird passend gemacht – oder: Schuluniform für Kreative.

JE FAIS OÙ TU ME DIS
MARIE DE MARICOURT | SCHWEIZ 2017 | 17 MIN.
Die fremdbestimmte Atmosphäre in einem gutbürgerlichen Haushalt erlebt Sarah beengender als ihren Rollstuhl. Das junge Mädchen kämpft um ihre (sexuelle) Selbstbestimmung.

HOPELESSLY
TONY CLEMENTE JR. | USA 2017 | 5 MIN.
Erlebe einen Tag im Leben eines queeren, polyamoren Teenagers mit all seinen Alltagswirrungen.

ELENA
AYERIM VILLANUEVA | COSTA RICA 2017 | 20 MIN.
Elena lernt sich zu behaupten gegen die Meinung ihrer Großmutter und erlebt eine Entdeckungsreise zu sich selbst.

NOT ACCEPTABLE
SAMAM HAGHIGHIVAND | IRAN 2017 | 2 MIN.
Die Traumwelt eines jungen Transsexuellen im Iran.

TURN IT AROUND
NIELS BOURGONJE | NIEDERLANDE 2017 | 10 MIN.
Liebe auf den ersten Blick. Es gibt nur ein Problem: Niemand weiß, dass Bram schwul ist. Flaschendrehen auf holländisch.

 

Wir zeigen die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Gesamtdauer: 77 MIN.

Samstag 13.10. 18.00

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BEAUTIFUL THING

Hettie MacDonald | Vereinigtes Königreich 1996
90 MIN. | Englisch mit deutschen Untertiteln

Der schwule Klassiker, den wir für Euch aus dem Archiv gegraben haben, stammt aus dem Jahre 1996:

Der 15-jährige Jamie lebt bei seiner Mutter in einem Wohnsilo irgendwo in London. Ihr Verhältnis ist gespannt. Jamies ewige Trauermiene nervt die resolute Mom. Kein Wort ist aus dem Jungen rauszukriegen, zu nichts hat er Lust. Jamie will eben einfach nur seine Ruhe haben. Das unbekannte Prickeln, das neuerdings in seinem Körper tobt, macht ihn schon hilflos genug. Doch dann passiert etwas Außergewöhnliches: Auf der Flucht vor seinem sadistischen Vater kriecht der Nachbarsjunge Ste bei den beiden unter. Und die Jungs müssen plötzlich das Bett miteinander teilen …

Eine herrlich verzwickte Situation für die zwei noch so unbeholfenen Youngsters. Erste verstohlene Blicke im Badezimmer, zärtliche Berührungen, das Ertasten all der aufregenden Geheimnisse, die aus dem Schutz der Dunkelheit schamhaft hervorlugen. Tausend Wagnisse, die es plötzlich zu bestehen gibt. Und dann das überwältigende Gefühl der ersten Liebe.

Freitag 19.10. 22.00

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EVA + CANDELA

¿Cómo te llamas?
RUTH CAUDELI | KOLUMBIEN 2018
100 MIN. | SPANISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Eva und Candela lernen sich durch einen gemeinsamen Traum kennen: Beide wollen das Filmgeschäft aufmischen. Ihre Jugend und der enthusiastische Wunsch, ihr Ziel gemeinsam zu erreichen, schaffen eine starke intellektuelle – und körperliche – Verbindung zwischen den beiden jungen Frauen. Der gemeinsame Traum und die gegenseitige Anziehung füreinander entfesseln eine Leidenschaft, die sich in verführerischer und faszinierender Intimität entlädt. Über die Jahre verschwimmen die Träume und Ziele mehr und mehr. Immer häufiger gehen Eva und Candela den ehemals gemeinsamen Weg getrennt. Aus dem jugendlichen Enthusiasmus – getrieben von Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sinnlichkeit – wird allmählich Gewohnheit. Sowohl Eva, als auch Candela entgeht die Veränderung in ihrer langjährigen Beziehung nicht. Beide sehen und spüren, was da zwischen ihnen passiert. Zunächst noch bemüht, die Probleme und Differenzen ihrer in die Jahre gekommenen Beziehung zu lösen, entgleitet das Miteinander zunehmend in ein Nebeneinander. Den beiden Frauen gelingt es kaum mehr, dem unvermeidlichen Lauf der Zeit doch noch etwas entgegenzusetzen.

Mit ihrem Debütfilm EVA + CANDELA erzählt die spanische Regisseurin Ruth Caudeli einfühlsam und punktgenau den Beginn des Endes einer einstmals unzertrennlich geglaubten Beziehung. Mit beeindruckender Intensität und sicherem Gespür für die Zwischentöne einer maroden Beziehung entführt uns Caudeli immer tiefer in einen Strudel aus Hoffnung, Verzweiflung, Angst und Erotik.

Samstag 20.10. 22.00

TICKETS

KURZFILME: MEHR ALS LESBISCH

Erneut heißt es raus aus den Schubladen: Als Farbtupfer schaut unser lesbisches Kurzfilmprogramm in diesem Jahr einige Augenblicke durch die Augen eines Transgender.

 

POP ROX
NATE TRINRUD | USA 2017 | 14 MIN.

Jesse ist kreativ und überhaupt nicht auf den Mund gefallen. Wie aber gesteht sie ihrer angebeteten, besten Freundin ihre Liebe, wenn diese plötzlich mit einem Date vor ihr steht?

A FINAL TRUTH
SAMUEL GRIDLEY | UK 2017 | 11 MIN.

Deutschland 1933: Elga findet ihre große Liebe, doch ihre Eifersucht hat Folgen – Jahrzehnte später bricht sie ihrer Therapeutin gegenüber endlich ihr Schweigen.

SEEING GLORY
RICK HAMILTON | USA 2017 | 14 MIN.

Gloria bereitet zum Jahrestag ein Festmahl vor, um trotz Evas Demenz auf sinnliche Art deren Erinnerungen anzuregen. Eine bittersüße Geschichte über guten Wein, Demenz und die unsterblichen Worte von Virginia Woolf.

WORK
SAM GRIFFITH | USA 2017 | 11 MIN.

Sehnsucht auf dem Lande. Eine junge Mutter findet Intimität bei der Arbeit.

SOMETHING ABOUT ALEX
Reinout Hellenthal | Niederlande 2017 | 19 MIN.

Wenn dich nur der Freund deiner Schwester versteht und die beiden ausziehen, kann das dein Leben schon gewaltig auf den Kopf stellen. Transgender aus einer etwas anderen Perspektive.

FOXY TROT
LISA DONATO | USA 2018 | 15 MIN.

Tanzkurs mit Hindernissen. Kurzfilm der Drehbuchautorin des Spielfilms SIGNATURE MOVE aus unserem Vorjahresprogramm.

 

Wir zeigen die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Gesamtdauer: 84 MIN.

Sonntag 14.10. 18.00

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MARIO

MARCEL GISLER | SCHWEIZ 2018
124 MIN. | Deutsch

Outen als Profifußballer? Ist das möglich? Fakt ist: Während der aktiven Karriere traute sich das noch kein namhafter, männlicher Fußballer. Kein Wunder, schaut man sich den Aufruhr an, den Thomas Hitzlspergers Outing selbst nach seiner Karriere noch entfachte.

Mario spielt in der U21 der Young Boys Bern, ist ambitioniert und ehrgeizig. Leon könnte Mario bei dessen Plänen, bald in die erste Mannschaft aufzusteigen, gefährlich werden. Immerhin soll die Neuverpflichtung aus Deutschland die Konkurrenz im Sturm beleben. Darüber machen sich aber vor allem die anderen Gedanken – Marios ehrgeiziger Vater und der Spielerberater. Mario hingegen ist zum ersten Mal verliebt … Leon bringt ihn auf alles andere als Konkurrenzgedanken.

Auf dem Platz sind sie schnell das neue Traumduo im Sturm und werden prompt in eine Sportler-WG umquartiert. Was die Karrieren angeht, treiben sie sich gegenseitig zu extra Trainingseinheiten an, und privat können die beiden durch die neue Wohnsituation ungestört ihre Verliebtheit ausleben. Eine Win-win-Situation könnte man meinen – wäre da nicht das Umfeld, das Wind von der Liebesbeziehung zu bekommen scheint. Die Gerüchteküche jedenfalls brodelt und der Druck von außen wächst. Besonders von einigen Mitspielern schlägt ihnen offene Homophobie entgegen und Marios Vater drängt ihn, sich eine Scheinfreundin zuzulegen – am liebsten mitsamt Foto-Homestory für’s Mannschaftsmagazin, um auch die letzten Zweifel zu zerstreuen. Leon, für den es nicht die erste Beziehung ist, will sich nicht länger verstecken. Mario jedoch steht vor einem Wechsel ans Millerntor zu St. Pauli und der Frage: Opfert er seine große Liebe für die langersehnte Fußballkarriere?

Dienstag 16.10. 18.00
Schulvorstellung Donnerstag
18.10. 14.00 

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1985

YEN TAN I USA 2018
85 MIN. I ENGLISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

1985 – eine sehr persönliche Geschichte in schwarz-weiß Bildern, aus einem entscheidenden Jahr der AIDS-Krise …

Vor drei Jahren verließ Adrian seine konservative Heimat in Fort Worth und suchte sein Glück in New York. Jetzt ist er zu den Weihnachtsfeierlichkeiten zurückgekehrt – zu einem Vater, ein Vietnamveteran, zu einer Mutter, die sich unterdrücken lässt, und zu einem jüngeren Bruder Andrew, der den Vater enttäuscht hat, weil er anstatt Football zu spielen lieber im Theaterclub auftreten möchte.

Adrian versucht einen Weg zu finden, um seiner Familie seine Geheimnisse anzuvertrauen – dass er schwul ist, und vielleicht nicht mehr lange leben wird. Er hat bereits seinen Liebhaber und Freunde begleitet, und er selbst zeigt erste Anzeichen von AIDS. Am Ende ist es jedoch einfacher, sich einer Freundin aus der Kindheit anzuvertrauen und einen Walkman mit einer hoffnungsvollen Botschaft für seinen Bruder Andrew zu hinterlassen, dem das gleiche Schicksal blühen könnte.

Trotz der Thematik wird 1985 selten rührselig. Der Film feiert stattdessen die bedingungslose Liebe und die Vorstellung, dass die Gemeinsamkeiten, die wir haben, größer sind als das, was uns trennt.

Donnerstag 18.10. 18.00

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THE MARRIAGE

MARTESA
BLERTA ZEQIRI | KOSOVO/ALBANIEN 2017
97 MIN. | ALBANISCH/TÜRKISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Bekim hatte sich im Kosovokrieg in einen anderen Mann verliebt. Sein Name: Nol. Seit Kriegsende hat Bekim ihn nicht mehr gesehen. Fast 20 Jahre später steht Bekim kurz vor seiner Hochzeit mit Anita, die im Krieg ihre Eltern verloren hat. Die Hochzeitsvorbereitungen sind in vollem Gange, Bekim und Anita scheinen glücklich. Wir erleben sie mit ihren Familien, erfahren vieles über die Vergangenheit des Kosovo. Alles geht seinen Gang, da taucht aus heiterem Himmel Nol auf: Der alte Freund und Geliebte, der seit Jahren in Frankreich lebt, sitzt plötzlich in Bekims Bar. Ab Nols Erscheinen dreht sich der Film um die Beziehung der beiden Männer, verwoben in die Beziehung Bekims zu Anita.

THE MARRIAGE setzt sich mit Themen auseinander, die so sorgfältig totgeschwiegen wurden, dass sie nicht mehr zu existieren schienen. THE MARRIAGE vereint zwei Themen, die so noch nicht zusammengeführt wurden: Homosexualität und die Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens. In einer universellen Geschichte von Liebe, Lüge und Selbstbetrug ist ein schwules Zusammensein immer noch keine Option. THE MARRIAGE ist ein starker Film aus dem Kosovo, der in seiner Vielschichtigkeit fasziniert. Mit drei großartig gespielten Charakteren und ihren komplizierten Zusammenhängen wird die komplexe und gestörte Haltung einer ganzen Nation zu ihrer Geschichte offengelegt.

Mittwoch 17.10. 20.00

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