Die 23. PRIDE PICTURES gehen erfolgreich zu Ende Featured

Der Vorhang ist geschlossen und das 23. PRIDE PICTURES – Queer Film Festival Karlsruhe Geschichte. Mit einem Besucherrekord von mehr als 1000 Kinogängern endete unser sechstägiges Filmfestival im Studio 3 der Kinemathek Karlsruhe.

Der Eröffnungsfilm „Kater“, dem diesjährigen Gewinner des TEDDY-Award der Berlinale 2016, startete in einem ausverkauften Haus mit medialer Präsenz. Die Landeschau aktuell des SWR-Fernsehens berichtete. Das PRIDE PICTURES-Festival war in diesem Jahr mit dem Anspruch gestartet, queerer und bunter zu werden und die „schwul-lesbischen“ Grenzen zu sprengen. Das Programm mit internationalen Langfilmen, Dokumentationen und den beliebten Kurzfilmnächten zog ein breiteres Publikum als in den vergangenen Jahren an. Das Kinopublikum, gemischt mit queerer und nicht queerer Ausrichtung, vertreten in allen Altersgruppen, honorierte unsere Filmauswahl mit durchweg guten und sehr guten Bewertungen. Weitere Highlights des Festivals waren die internationale Produktion „Sworn Virgin“ sowie die Europapremiere des Filmes „Liberty`s Secret“ in Anwesenheit des US-amerikanischen Regisseurs Andy Kirshner.

Die PRIDE PICTURES-Party, veranstaltet im Badischen Staatstheater, trat mit der Wahl des Veranstaltungsortes in das Rampenlicht des Kulturlebens Karlsruhe. Verknüpft mit den positiven Resonanzen des Festivalpublikums ist ein weiterer Schritt gelungen, sexuelle Ausrichtungen aller Couleur in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Der Erfolg dieses Festivals soll Anspruch und zugleich Herausforderung für die 24. PRIDE PICTURES im Herbst 2017 sein.

Bis dahin bleiben wir aktiv und zeigt Flagge. In Kooperation mit dem La Vie, Queeres Jugendzentrum Karlsruhe, wird am 14.10.2016 der Film „Aus der Haut“ im La Vie präsentiert. Zum Welt Aids Tag zeigen wir im Studio 3/Kinemathek am 02.11.2016 den Film „Who`s gonna love me now?“. 

Das Programm 2017 ist da!

 

PRIDE PICTURES lädt zum 24. Mal zu GANZ GROSSEM KINO ein. Vom 3. bis 8. Oktober 2017 finden die queeren Filmtage im Studio 3 der Kinemathek Karlsruhe statt. Wir freuen uns sehr, dass Herr Oberbürgermeister Dr. Mentrup die Schirmherrschaft über das diesjährige Festival übernommen hat.

Die Filmauswahl spiegelt viele Facetten queerer Filmkultur aus allen Teilen der Welt wider. Wir wagen uns tiefer in die queere Welt ohne Etiketten und mit mehr Toleranz. Deshalb werden wir, neben den zwei traditionell stark besuchten Kurzfilmprogrammen, zusätzlich ein queeres Kurzfilmprogramm zeigen. Insbesondere dieses queere Programm liegt uns am Herzen, weil es vorgefasste Grenzen sprengt. Damit sind drei Kurzfilmtermine gesetzt: MEHR ALS LESBISCH! – MEHR ALS SCHWUL! – QUEER IST MEHR!

Preisgekrönte Langfilm-Neuheiten aus 2016 und 2017 erwarten das Publikum – ebenso wie leise und starke, laute und schrille Dokumentationen. In Zeiten von endlich erreichter Gleichstellung, was Ehe und Gesetz angeht, ist auch zukünftig Filmkultur notwendig, die uns zeigt, was noch vor uns liegt. Das Ende der Diskriminierung ist nicht in Sicht und die Gegenbewegungen sind in Europa immer noch – oder auch wieder – stark. Gerade aber in Afrika oder im Mittleren Osten herrschen Homophobie und Aggression gegen Menschen aus der LGBTTIQ-Community.

Drei Filme möchten wir aus dem hochkarätigem Filmprogramm, in dem es lohnt, jeden Film zu sehen, hervorheben. Das Drama A DATE FOR MAD MARY (Filmfestivals Dublin, Galway 2016; Newport Beach 2017) zeigt Selbstfindung und Freundschaft, Liebe und Outing und leidenschaftliche Dialoge in einem Irland, in dem Gleichstellung existiert. Mit THE WOUND (Berlinale 2017), einem Spielfilm aus Südafrika, tauchen wir ein in Mannbarkeitsrituale, Tradition, Machismus und heimliche Liebe zwischen Männern. Das Thema Transsexualität kommt still und eindringlich daher, umrahmt von der überwältigenden Landschaft des armenisch-iranischen Grenzgebietes, in APRICOT GROVES (Montreal 2016, Sofia 2017).

8 unserer 13 präsentierten Spielfilme wurden auf Festivals in Los Angeles, Berlin, Dublin, Göteborg und San Francisco ausgezeichnet. Zu ausgewählten Produktionen kann im Anschluss der Vorstellungen mit geladenen Gästen zum Thema diskutiert werden.

PRIDE PICTURES schafft in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit dem Studio 3 der Kinemathek Karlsruhe, noch mehr Festivalatmosphäre. Mit dem Café PRINZs in der Oststadt haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der für diskussionsbedürftige Kinogänger oder für unersättliche Partygänger bis tief in die Nacht einen passenden Rahmen schafft. Die traditionelle, über die Stadtgrenzen Karlsruhes strahlende PRIDE PICTURES PARTY findet am 7.10. in der Alten Hackerei auf dem Schlachthofgelände statt. Eine Begegnung mit dem PRIDE PICTURES-Team und anderen Festivalbesuchern ermöglicht darüber hinaus das traditionelle Sonntagsfrühstück im Café Palaver.

Hier findet Ihr das heiß ersehnte Programm der PRIDE PICTURES 2017 außerdem als PDF, in der Übersicht und im Kalender.

KURZFILME: QUEER IST MEHR

Darf’s ein bisschen mehr sein? Unsere queeren Schnittchen bieten Vielfalt für jeden Geschmack und bringen uns als Appetizer vor dem Eröffnungsfilm so richtig in Festivalstimmung.

SCAR TISSUE
NISH GERA, NIEDERLANDE 2017, 14 MIN.
Der syrische Flüchtling Sami strandet in Amsterdam zwischen den
Welten.

TIPPING POINT
STEPHANIE YOUNG, CANADA 2016, 7 MIN.
Eine unerwartete Umgebung bietet einer schüchternen Barista eine
langersehnte Gelegenheit.

YELLOW
ROWYN MOTTERSHEAD, UK 2017, 8 MIN.
Doku über das Aufblühen von genderqueeren Jugendlichen in einer
Wohlfühlumgebung.

PRINCESS
KARSTEN DAHLEM, DEUTSCHLAND 2017, 16 MIN.
Nachhilfe für Prinzessinnen.

COMING FULL CIRCLE
KIM YAGED, USA 2015, 2 MIN.
Dating a Stripper, Animation

THE WHOLE WORLD
JULIÁN QUINTANILLA, SPANIEN 2016, 30 MIN.
Eine beeindruckende Mutter versetzt auch nach ihrem Tod noch Berge.

 

Wir präsentieren Euch die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.

DIENSTAG 3.10. 18.15


 

BAR BAHAR

IN BETWEEN
MAYSALOUN HAMOUD, ISRAEL/FRANKREICH 2016
102 MIN, ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Ein grandioser Debütfilm über drei sehr unterschiedliche palästinensische Frauen, die sich  im israelischen Tel Aviv eine Wohnung teilen. Sie erleben einerseits Freiheit in der kosmopolitischen Metropole. Andererseits kollidieren sie mit ihrem Leben und dem selbstverständlich auch queeren Freundeskreis mit den orthodoxen Vorstellungen ihrer muslimischen und christlichen Verwandtschaft und Gesellschaft. Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen arabischem Frühling und politischer Enge, zwischen Moderne und Tradition, Nationalität und Kultur und zwischen Gefolgschaft und Freiheit. Wir befinden uns „in between“.

Wer diesen mitreißenden Film gesehen hat, muss seine Meinung über das Leben palästinensischer Frauen in Israel überdenken. Es geht nicht nur um Politik oder Alltag, es geht um soziale Veränderung. Der Film zeigt uns teils sehr humorvoll, teils sehr ernst, wie sich Frauen in einer männlich dominierten, arabischen Familienstruktur unglaublich cool und ungehemmt in der Szene von Tel Aviv bewegen können.

Maysaloun Hamoud, selbst Palästinenserin mit israelischem Pass, hat hier ein unbedingt sehenswertes Debüt abgeliefert, das uns zwischen Erstaunen, Lachen und Betroffenheit zurücklässt.

DIENSTAG 3.10. 20.15


 

EIN WEG

CHRIS MIERA, DEUTSCHLAND 2017
107 MIN., ORIGINALFASSUNG

Ein kleiner beschaulicher Ort in Thüringen. Andreas’ Tischlerwerkstatt läuft wieder gut und Martin ist beruflich nicht mehr so viel unterwegs wie früher. Sohn Max ist aus dem Haus. Endlich haben die beiden wieder mehr Zeit für sich und fahren im November an die Ostsee – wie sie es früher immer gemacht haben. Doch Martin ist unzufrieden: Das Wetter ist schlecht und er wäre doch lieber zu Hause geblieben. Andreas reißt sich die Kleider vom Leib und schmeißt sich in das kalte Meer. Voller Sorge versucht Martin, ihn zurückzuziehen und schluckt das salzige Wasser, als er stolpert. Die Vertrautheit scheint verlorengegangen. Zurück in ihrem Ferienhaus ist die Stimmung von den unterschiedlichen Erwartungen gestört. Eine behutsame Annäherung an die Spuren einer langen Beziehung.

Ein Weg erzählt die Liebe zweier Menschen. Nicht wie sie zusammenkommen, nicht eine Phase, die sie durchleben, sondern ihre gemeinsame Zeit: all die Jahre zwischen dem ersten Kuss und heute.

Bei seinem Abschlussfilm an der Filmhochschule Babelsberg hatte Chris Miera mit Drehbuch, Regie, Kamera und Produktion alle Fäden in der Hand. EIN WEG lief auf der Berlinale im Programm „Perspektive Deutsches Kino“.

MITTWOCH 4.10. 18.15


SIEBZEHN

MONJA ART, ÖSTERREICH 2017
104 MIN., ORIGINALFASSUNG

Die letzten Wochen vor den Sommerferien, irgendwo in Niederösterreich: Paula ist 17, Internatsschülerin und heimlich in ihre Freundin Charlotte verliebt. Doch die ist mit Michael zusammen. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, lässt sich Paula auf ihren Schulfreund Tim ein, der selbst echte Gefühle für sie hat. Was Paula nicht ahnt – ihre heimliche Liebe Charlotte denkt ihrerseits ununterbrochen an Paula. Als wäre es nicht schon kompliziert genug, kommt plötzlich auch noch Lilli ins Spiel. Der manipulativen Art Lillis, die sich danach sehnt, begehrt zu werden, kann sich Paula kaum entziehen. Vor allem nicht, weil Lilli als selbstbewusste, wilde Verführerin auftritt. Paula muss sich entscheiden, ob sie ihren eigenen Gefühlen folgt oder denen, die ihre Umgebung von ihr einfordert.

Mit eindrucksvoller Leichtigkeit wirft Regie-Debütantin Monja Art einen Blick auf das Teenagersein in der Provinz. Den ländlichen Teeniealltag inszeniert sie als fein beobachtete Achterbahnfahrt der Gefühle und in einer Ansammlung von amourösen Minidramen. Inmitten ihres tristen Schulalltags und den ausschweifenden Dorfdiskobesuchen sind Paula und ihre Freund*innen wie alle ganz normalen Teenager: wunderbar-wundersame, altkluge, tickende Zeitbomben, die bald erwachsen und dann möglicherweise auch vernünftig sein werden. Bis dahin ist ihre größte Angst, in diesem Kaff hängenzubleiben. Draußen hört man Blasmusik, ein Mähdrescher zieht seine Bahnen und mit etwas Glück kommt bald von irgendwo ein Bus.

Eine der authentischsten Coming-of-age Geschichten der letzten Jahre!

MITTWOCH 4.10. 20.15


 

THE WOUND

DIE WUNDE
JOHN TRENGOVE, SÜDAFRIKA/DEUTSCHLAND/NIEDERLANDE/FRANKREICH 2016
88 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Eastern Cape in Südafrika. Xolani, ein stiller Fabrikarbeiter, reist in ein abgelegenes Camp in den Bergen, um als Mentor an einem uralten Beschneidungsritual der Xhosa teilzunehmen. Dabei soll er sich vor allem um Kwanda kümmern, einen rebellischen Teenager aus Johannesburg. Während Kwanda in einer Hütte auf die Heilung seiner Wunde wartet, trifft Xolani heimlich seinen alten Freund Vija wieder, einen verheirateten Mann, den er nur einmal im Jahr, am Rande des Rituals sieht. Wie immer haben die beiden wilden Sex, doch diesmal gesteht Xolani dem Freund auch seine Liebe. Als Kwanda, der selbst schwul ist, hinter das Geheimnis seiner Mentoren kommt, steht Xolani vor einer folgenschweren Entscheidung.

Bereits in seinem preisgekrönten Kurzfilm DIE ZIEGE (2014) widmete sich Regisseur John Trengove dem Ukwaluka-Beschneidungsritus seiner südafrikanischen Heimat. In seinem Spielfilmdebüt THE WOUND bettet er darin die Geschichte einer schwulen Liebesbeziehung ein und bricht damit gleich zwei Tabus auf einmal: Bis heute wird in weiten Teilen der südafrikanischen Gesellschaft weder über Ukwaluka noch über Homosexualität offen gesprochen. THE WOUND hatte seine Weltpremiere im Wettbewerb von Sundance und eröffnete zwei Wochen später das Panorama der diesjährigen Berlinale.

DONNERSTAG 5.10. 18.15


 

REAL BOY

SHALEECE HAAS, USA 2016
72 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN

Im Vordergrund steht Bennetts Story. Wir begleiten ihn als Jugendlichen durch seine Transition, durch seine täglichen Ängste und Kämpfe mit sich und gegen Vorbehalte anderer. Wir verfolgen mit ihm kraftspendende YouTube-Videos, aber auch die medizinische Seite wie Testosteronspritzen und die Vorbereitung zur Brust-OP. Wir nehmen Teil an den Reaktionen des Umfelds. Wir erleben wie Bens Mutter damit hadert, dass ihre Tochter nicht mehr ihre Tochter ist. Sie hat Schwierigkeiten ihre Einstellung zu verändern und den Gedanken Transsexualität nicht als „Laune“ abzutun – weil das Kind ja immer schon wankelmütig war … Wir erleben aber auch den Alltag mit Freunden.

Ben findet Seelenverwandte und neue Freundschaften, aus denen er Kraft schöpft: Dylon, mit dem Bens Zukunft eng verknüpft sein wird. So planen sie ihre Brust-Operationen gemeinsam, teilen ihr Kranken-hauszimmer und schmieden Pläne für’s College.
Und Joe Stevens, der die Transition seit Jahren hinter sich hat und mit dem Ben die drei Dinge des Lebens teilt, die sie beide geprägt haben: Drogenerfahrungen, transsexuell zu sein und die Leidenschaft für die Musik. Joe ist Vorbild, großer Bruder und Freund auf Augenhöhe zugleich. Wir bekommen Einblick in die Wichtigkeit von Bartwuchs, der richtig sitzenden männlichen Frisur. Wir erleben an Joes Beispiel, dass eine Familie wieder zueinander finden kann und schöpfen Hoffnung daraus. Wir sehen wie wertvoll es ist, Menschen um sich zu haben, die einem Rückhalt sind und einen wertschätzen.

Eine wunderbare Dokumentation, die uns daran teilhaben lässt, wie eine Transition nicht nur das Leben einer einzelnen Person verändert und auf den Kopf stellt, sondern auch das ihres ganzen Umfelds.

DONNERSTAG 5.10. 20.15


 

APRICOT GROVES

POURIA HEIDARY OUREH, ARMENIEN 2016
79 MIN, ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN

Die Zeichen stehen nicht gut, als sich der iranisch-armenische Aram in seine Heimat aufmacht, den Segen für seine Hochzeit einzuholen. Aram ist transsexuell und lebt seit seiner Kindheit in den USA, dort hat er auch seine armenische Freundin kennengelernt. Gemeinsam mit seinem Bruder macht er sich nun auf nach Armenien – zur Familie seiner Zukünftigen. Deren Kultur achtend, möchte er beim Vater um ihre Hand anzuhalten. In der Hoffnung ihr Vater schafft das, wozu er Jahre zuvor bei ihrem Bruder nicht im Stande war: All seine Vorbehalte und Ängste aufgrund unterschiedlicher Religionen, Herkunft und Ideologien hinter sich zu lassen und mit dem Herzen das Glück des jungen Paares zu sehen.

APRICOT GROVES entführt uns in die wunderschöne Landschaft des armenisch-iranischen Grenzgebiets samt all seiner Spannungen, der aufeinander prallenden, konträren Religionen und Weltanschauungen. Die Konflikte entladen sich zumeist nicht, man lebt friedlich miteinander oder eher in Parallelwelten – aber was, wenn diese Welten sich kreuzen?

Es ist die Liebe junger Menschen, die diese Grenzen überwindet – auch in den Köpfen der Elterngeneration. Leider noch lange nicht in allen Köpfen: Ein Aufschrei gegen Zensur hallt durch Armenien, seit der bereits angesetzte APRICOT GROVES aus dem Programm des Golden Apricot Yerevan International Film Festival gestrichen wurde und von den Kinos trotz zugesagter Unterstützung und bereits erfolgter Zahlungen nicht gezeigt wird.

FREITAG 6.10. 18.15


 

A DATE FOR MAD MARY

DARREN THORNTON, IRLAND 2016
82 MIN, ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Unfassbar, was sich nach so kurzer Zeit alles ändern kann! Dabei saß „Mad“ Mary doch eigentlich nur kurz im Gefängnis. Und trotzdem! Nach ihrer Rückkehr in ihren Heimatort Drogheda ist nichts mehr wie es mal war. Selbst ihre beste Freundin Charlene ist völlig von der Rolle, will sie doch tatsächlich heiraten. Zwar hat sie Mary als Trauzeugin ausgewählt, ihr aber im gleichen Atemzug erklärt, dass sie erst gar nicht daran denken müsse, eine Begleiterin mitzubringen. Charlenes Einschätzung nach wird Mary aber bis zur Hochzeit ohnehin niemanden gefunden haben.

Von dieser ungeheuerlichen Annahme angespornt gibt Mary alles, um Charlene das Gegenteil zu beweisen. Jedoch sind ihre Dates die reinsten Desaster. Und Mary fühlt sich einsamer denn je – bis sie auf die Musikerin Jess trifft und sich erneut in ihrem Leben absolut alles verändert.

Mit ironischem Augenzwinkern nimmt uns Regisseur Darren Thornton mit auf eine Entdeckungsreise tiefer Gefühle, die wahrscheinlich die meisten von uns schon einmal erlebt haben. A DATE FOR MAD MARY – eine bittersüße Geschichte über Freundschaft, erste Liebe, Loslassen und Neubeginn. Für die Dubliner Filmkritiker der beste irische Film des Jahres 2016.

FREITAG 6.10. 20.15


 

GOD’S OWN COUNTRY

FRANCIS LEE, UK 2017
104 MIN, ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN

Der junge Johnny bewirtschaftet die Farm seines kranken Vaters im englischen Yorkshire. Die Kommunikation zwischen Vater und Sohn ist den widrigen Lebens- und Arbeitsumständen angepasst: Knapp und rau werden meist Worte der Kritik oder Bevormundung an den Sohn gerichtet. Die Großmutter leistet stoisch ihren Teil. Frustriert geht der isolierte Johnny seinem harten Tagesgeschäft nach, hat unverbindlichen Sex mit Männern oder betrinkt sich im örtlichen Pub, um seinem Alltag zu entfliehen. Als im Frühjahr der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien als Aushilfe für die Saison anheuert, begegnet Johnny dem Fremden zunächst mit Misstrauen. Die anfänglichen Spannungen zwischen den Männern weichen jedoch bald einer intensiven Beziehung, die Johnny neue Perspektiven eröffnet, ihn aber auch vor weitere Herausforderungen stellt.

Francis Lee zeigt in seinem Langfilmdebüt den entbehrungsreichen Farmalltag in authentischen Bildern. Er konzentriert sich dabei auf Blicke und Gesten seiner Charaktere und ihre unmittelbare Körperlichkeit. Die archaische Landschaft von „God’s Own Country“, wie die Einheimischen die ehemalige Grafschaft nennen, wird zum Spiegelbild innerer Tumulte.

FREITAG 6.10. 22.00


 

SIGNATURE MOVE

JENNIFER REEDER, USA 2017
80 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Zaynab ist Pakistanerin, lebt in Chicago, ist Mitte 30 und eine Roller fahrende Anwältin, die ihre Klienten auch schon mal warten lässt. Wenn sie nicht gerade arbeitet, kümmert sie sich um ihre Mutter. Die wiederum verbringt den Tag abwechselnd damit, am Fernseher heimische Telenovelas zu verfolgen oder per Fernglas durch’s Fenster Ausschau nach möglichen Heiratskandidaten für ihre Tochter zu halten. Der Zug ist ja schon fast abgefahren – und warum auch sollte sie ihren Sessel verlassen, wenn ihre Tochter sie umsorgt?

Eine Trägheit, die man von Zaynab nicht behaupten kann. Statt zum Fitnessstudio, wie sie ihrer Mutter erzählt, geht Zaynab in Wirklichkeit zum Wrestlen – bezeichnend für ihre Mutter-Tochter-Beziehung, denn Zaynabs Mutter weiß nichts über ihr Privatleben.

Als Zaynab in einer Bar die hinreißende Halbmexikanerin Alma kennenlernt, ist es um sie geschehen. Aus einem Absacker wird eine durchtanzte Nacht und mehr. Doch morgens kann es Zaynab nicht schnell genug gehen, Almas Wohnung zu verlassen. Zuhause wartet schließlich ihre Mutter, die nichts von ihrer nächtlichen Abwesenheit mitkriegen sollte.

Aber Gegensätze ziehen sich an. Und so können Zaynab und Alma nicht aufhören aneinander zu denken. Sie treffen sich wieder, kommen sich näher, lernen sich besser kennen, treiben auseinander, geraten ins Grübeln, treffen wieder aufeinander und hinterlassen Spuren …

Signature Move erzählt auf leichtfüßig, witzig-charmante Art eine Liebesgeschichte zweier Frauen, aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen und mit Mutter-Tochter-Beziehungen wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten.

SAMSTAG 7.10. 16.15


 

KURZFILME: MEHR ALS SCHWUL

„Raus aus den Schubladen“ haben wir uns schon seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, daher haben wir unser schwules Kurzfilmprogramm dieses Jahr angereichert mit ein paar nicht-schwulen Häppchen.

ABOUT A FATHER
ROMAN NEMEC, TSCHECHIEN 2016, 30 MIN.
Ein junges Paar besucht die Eltern, aber der herzkranke Vater muss geschont
werden.

THE CATCH
HOLLY BRACE-LAVOIE, CANADA 2017, 15 MIN.
Die Suche nach dem großen Fang und der eigenen Identität.

SECRET SANTA SEX-PARTY
CHARLES LUM, USA 2016, 12 MIN.
Ist man für Sex jemals zu alt? Sicher nicht! Alle Protagonisten garantiert
über 18.

MUM, I’M BACK
DIMITRIS KATSIMIRIS, GRIECHENLAND 2017, 5 MIN.
Heimkehr zur Beerdigung der Mutter.

DADDYHUNT: THE SERIAL
RA-EY SALEH, USA 2017, 22 MIN.
Eine Verwechslung mit Folgen.

MAI
MARTA GONZÁLEZ, SPANIEN 2017, 7 MIN.
Drei ältere Damen schwelgen auf einer spanischen Dorfbank in Erinnerungen.

GUILLAUME MASTURBATES
PATRICK AUBERT, CANADA 2016, 3 MIN.
Mit der Privatsphäre in WGs ist das so eine Sache.

 

Wir zeigen die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.

SAMSTAG 7.10. 18.15


 

DREAM BOAT

TRISTAN FERLAND MILEWSKI, DEUTSCHLAND 2017
92 MIN, ORIGINALFASSUNG

Gay Cruise. Eine Woche Party, Spaß und neue Freundschaften. So stellen sich jedenfalls die Männer ihren Urlaub auf dem Schiff vor. Jeden Abend ein neues Motto, das die Kerle zu extravaganten Verkleidungen und knappen Outfits herausfordert – doch in den Kabinen geht es auch unter die Oberfläche, und ganz Privates kommt zutage. Die kaum vereinbare Diskrepanz zwischen Akzeptanz, geliebt werden und Körperkult. Männer aus Ländern wie Indien, Palästina oder Dubai, nutzen den Freiraum, den sie aus den homophoben Gesellschaften ihrer Heimatländer nicht kennen.
Ein Dokumentarfilm über Identität, Körperlichkeit und die Suche nach Sex.

In seinem Debütfilm gelingt Regisseur Tristan Ferland Milewski ein Blick hinter die Kulissen einer zunächst oberflächlich erscheinenden Welt. Er baut mit viel Witz eine Nähe zu den Männern auf, die offen über schwules Begehren, freie Liebe und ganz altmodische Zweierbeziehungen reden.

SAMSTAG 7.10. 20.15


 

BELOW HER MOUTH

APRIL MULLEN, CANADA 2016
94 MIN, ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Die attraktive Modejournalistin Jasmin hat nicht nur einen Traumjob und einen schicken Sportwagen – nebenbei steckt sie mitten in der Planung ihrer Hochzeit. Alles perfekt also! Zumindest bis sie mit ihrer besten Freundin eine nächtliche Kneipentour unternimmt: Auf der lernt sie die selbstbewusste Dallas kennen und wird von ihr zwar elegant, aber offensiv angemacht. Völlig überrumpelt widersteht Jasmin der erotischen Versuchung zunächst. Aber als Dallas am nächsten Tag am Nachbarhaus beruflich zu tun hat, ist es um sie geschehen. Jasmins Fantasien kochen über, und natürlich spielt Dallas darin die Hauptrolle. Es dauert nicht lange, bis Jasmin Dallas’ Verführungskünsten erliegt. Während sich Jasmins Verlobter auf Geschäftsreise befindet, beginnen die beiden Frauen eine hemmungslos heiße Affäre. Nach und nach gerät ihr hübsch eingerichtetes heteronormatives Leben aus den Fugen – vor allem als Jasmin feststellt, dass Dallas mehr für sie ist als nur eine sexuelle Eskapade.

Regisseurin April Mullen drehte ihren leidenschaftlichen Liebesfilm mit einer komplett weiblichen Filmcrew. Die beiden Hauptdarstellerinnen – das schwedische Topmodel Erika Linder und die kanadische Tänzerin Natalie Krill – versprühen eine fesselnde Erotik, der man sich kaum entziehen kann. Das Knistern ist für den Zuschauer physisch spürbar. In seiner stürmischen Sinnlichkeit und erotischen Bildsprache erinnert BELOW HER MOUTH deutlich an die US-amerikanisch Erfolgsserie THE L WORD.

Der lesbische Erotikfilm der letzten Jahre!

SAMSTAG 7.10. 22.00


 

PRIDE PICTURES PARTY

Kein FESTIVAL ohne FEST! Dieses Jahr wollen wir die Nacht mit Euch in der ALTEN HACKEREI durchfeiern. Für das queere Partyvolk and friends gibt es bunte Ge-tränke, starke Beats, blendende Laune und Glitzern in den Augen.

Ab 22 Uhr erwarten wir Euch in der Location. Die Besucher*Innen von DREAMBOAT haben noch genug Zeit sich umzustylen – und die hoffentlich angeregten Besucher*Innen von BELOW HER MOUTH können direkt bei uns weiterknutschen.

Also nix wie in die coole Klamotte, auf in die Karlsruher Oststadt. Let’s move!

Location: ALTE HACKEREI Karlsruhe, Alter Schlachthof 11, 76131 Karlsruhe
Time: 7. Oktober 2017, ab 22 Uhr
Mit: DJane LeFrik, Dr. Brown, 
Teacup (Loveli Anarchi Sounds)
Eintritt: 5,– €, mit Kinoticket 3,– €
Dress Code: As you are, Glitzer und Bunt geht immer.
ÖPNV: Haltestelle Tullastraße


 

PRIDE PICTURES PRUNCH

Für das Festivalfrühstück haben wir für Euch in diesem Jahr wieder das Glashaus des Café Palaver reserviert. Dort könnt ihr das traditionelle Frühstück à la carte genießen und euch mit netten Leuten treffen. Es gibt keine Voranmeldung. Schaut einfach spontan, ob Ihr noch ein Plätzchen findet. Das Festivalteam freut sich auf Euch und stößt mit Euch mit einem Sekt auf die 24. PRIDE PICTURES an.

SONNTAG 8.10. 11.00


 

GAYBY BABY

MAYA NEWELL, AUSTRALIEN 2015
85 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Eine australische Dokumentation über Regenbogenfamilien, erzählt aus einer spannenden Perspektive. Durch die Augen heranwachsender Kinder bereichert GAYBY BABY einfach jeden: egal ob Elternteil, kinderlos, Regenbogenfamilie oder nicht. Und so tauchen wir ein in den Alltag von Ebony, Gus, Matt und Graham, erleben, was sie bewegt, all die Probleme 11-12-jähriger Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dann gibt es da ja noch Geschwister und Eltern, gleichgeschlechtliche noch dazu, aber macht das überhaupt einen Unterschied?

Wir fiebern mit Ebony, ob sie die Aufnahmeprüfung auf die „School for the performing arts“ schafft – der erste Schritt um später Sängerin zu werden. Wir erleben die Unterstützung ihrer Mütter, sowie die allgegenwärtige Sorge um Ebonys jüngsten Bruder, der an Epilepsie leidet.

Gus entdeckt auf der Suche nach männlichen Vorbildern das Wrestlen für sich – was für seine kleine Schwester als Versuchsobjekt auch schon mal schmerzhaft wird.

Graham hat ganz andere Sorgen: Vor der Adoption vernachlässigt, hat er erst spät sprechen gelernt und hinkt nun in der Schule beim Lesen und Schreiben deutlich hinterher. Außerdem steht der Umzug auf die Fidschi-Inseln an.

Und dann wäre da noch Matt, der hinterfragt, wieso ihn seine strenggläubigen Mütter unbedingt zum Religionsunterricht schicken wollen, wo sie doch laut genau diesem Glauben in Sünde leben. Und er möchte die australische Premierministerin fragen, warum seine Eltern nicht heiraten dürfen – höchstpersönlich versteht sich.

SONNTAG 8.10. 14.15


 

HANDSOME DEVIL

JOHN BUTLER, IRLAND 2016
95 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

Ein Internat irgendwo im irischen Nirgendwo, alle sind rugbyverrückt. Alle? Fast alle. Als Ned dort landet ist er Außenseiter, denn mit Rugby hat er so gar nichts am Hut. Blöd nur, dass er ausgerechnet auf einer Schule landet, an der selbst nicht-rugbyspielende Schüler zum Zwangsanfeuern der Mannschaft samt eigener Probe während der Schulzeit verdonnert werden. Vom Kapitän der Rugbymannschaft wurde er ohnehin als Mobbingopfer Nr. 1 auserkoren.

Ned ist einsam, träumt vom Rauswurf. Er liest gerne, spielt ein bisschen Gitarre und ist gerne für sich allein. Doch Einzelzimmer sind rar, und plötzlich muss er sich das Zimmer mit dem neuen Rugbystar der Schule teilen. Er errichtet eine Schrankwand zwischen den Betten, um möglichst „alleine“ zu wohnen. Doch Conor wagt hin und wieder einen Blick über die Mauer. Ist er überhaupt der unantastbare, abgehobene Sportler, der sich gern mal prügelt? Oder sind sie am Ende gar nicht so verschieden wie sie dachten?

Eigenwillige Väter, denen recht egal ist, ob der Sohn überhaupt auf’s Internat will oder sich abgeschoben fühlt, haben sie schonmal beide. Und dann wären da noch ein undurchschaubarer Direktor, ein auf die Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Schülers bedachter Englischlehrer mit Hang zur Musik und ein homophober Rugbytrainer. Genug Stoff für einen spannenden Cocktail.

SONNTAG 8.10. 16.15


 

KURZFILME: MEHR ALS LESBISCH

„Raus aus den Schubladen“ heißt es auch im lesbischen Kurzfilmprogramm, gespickt mit ein paar nicht-lesbischen Häppchen.

PISCINA
LEANDRO GODDINHO, BRASILIEN 2016, 30 MIN.
Eine junge Mutter folgt den Briefen ihrer Großmutter auf eine Reise
in die Vergangenheit.

PASTRY
EDUARDO BARRETO, UK 2016, 12 MIN.
Süße Verführung

WHEREVER YOU ARE
JOAN MONTESINOS, UK 2016, 14 MIN.
Ein Vater macht sich auf die Suche.

ETAGE X
FRANCY FABRITZ, DEUTSCHLAND 2016, 14 MIN.
Was tun, wenn der Aufzug steckenbleibt?

ONE NIGHT ONLY
SAM LANGSHAW, AUSTRALIEN 2016, 10 MIN.
Gestylter Schwuler geht auf Snob-Party eines Dates.

LE CLITORIS
LORI MALÉPART-TRAVERSY, CANADA 2016, 3 MIN.
Animationsfilm

POR UN BESO
DAVID VELDUQUE, SPANIEN 2016, 5 MIN.
Verlieben am Zebrastreifen in Madrid.

GIRL NIGHT STAND
JENNA LAURENZO, USA 2015, 9 MIN.
Eine Frau steht nach ihrem ersten One Night Stand mit einer Frau
völlig neben sich … und ihren Schuhen.

Wir zeigen die Kurzfilme mit deutschen oder englischen Untertiteln.

SONNTAG 7.10. 18.15


 

THE QUEEN OF IRELAND

CONOR HORGAN, IRLAND 2015
86 MIN., ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

In einer gelungenen Kombinaton aus irischer Gesellschaftsgeschichte und Biografie begleitet diese mitreißende Dokumentation Drag-Queen Panti Bliss alias Rory O’Neill bei ihrem Aufstieg von einer „riesigen Cartoon-Frau“ zu der furchtlosen Aktivistin der Kampagne für die gleichgeschlechtliche Ehe in Irland.

Der Film beginnt wie eine klassische Drag-Queen-Biographie – nach dem Motto „Von der Raupe zum Schmetterling“ – daraus entsteht ein Mani-fest über einen Kulturwandel in Irland.

Die landesweit bekannte irische Drag-Queen Panti Bliss (Rory O’Neill) wurde 2014 in die Mitte des politischen Aufruhrs katapultiert. In einer Fernseh-Sendung prangert sie routinemäßige Homophobie in den Mainstreammedien an und hält kurz danach im Abbey Theatre eine der großartigsten öffentlichen Reden gegen Homophobie. Conor Horgan zeigt uns in nachdenklichen und reflektierenden Momenten die Welt hinter dem Make-up und neben der schillernden Stand-Up-Show. Dieser Film ist eine der politischen Dokumentation des Jahres. Er ist ernsthaft, emotional und wichtig für den Weg zu Akzeptanz und Anerkennung.

Tara Brady schreibt in der „Irish Times“: „The Queen of Ireland legt den Grundstein in der Geschichte von LBGTQ-Rechten in Irland. Wir hoffen, dass The Queen of Ireland in der strahlenden Zukunft, die Rory O’Neill / Panti uns zu schmieden half, in Schulen gezeigt und aus ihrer flammenden Rede im Nationaltheater zitiert wird, als wäre es der amerikanische Treueschwur – damit diese Nation nie wieder mit dem Arsch voran in den Sumpf ignoranter Vorurteile zurückrutscht. God save the Queen.“

SONNTAG 8.10. 20.15


 

CSD 2017: FARBE BEKENNEN, FLAGGE ZEIGEN!

Am 3. Juni machen wir die Stadt zum CSD in gewohnt friedlicher Manier noch bunter und schöner.

In diesem Jahr ist das Zeichen pro Vielfalt wichtiger denn je: Es wurde just für diesen Tag eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ in Karlsruhe-Durlach genehmigt. Wir sagen ganz entschieden: OHNE UNS!
Während in Durlach also hunderte Menschen in ihrer braunen Gesinnung rühren, bereiten die PRIDE PICTURES mit allen anderen CSD-Akteuren den Karlsruhern ein buntes und freundliches Familienfest mit einer Demoparade durch die Karlsruher Innenstadt ab 14.00 Uhr und einer garantiert menschenfreundlichen Atmosphäre: „Bunte Vielfalt statt brauner Hass“.

Wir stehen zu 100 Prozent für Toleranz, Akzeptanz, Offenheit, Frieden im Denken und Handeln, Gleichberechtigung aller Geschlechter und Lebensmodelle – und Freude am Menschsein. Kommt vorbei und setzt mit uns ein Zeichen für ein weltoffenes Miteinander!

Mitteilung der Stadt Karlsruhe
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Das Programm des Staatstheaters ab 20.00
Karlsruhe gegen Rechts

 

PRIDE PICTURES meets queerKultur 2017

 

Das dritte queerKULTUR-Festival wird vom 31. März bis 17. April 2017 stattfinden. Wir unterstützen die Initiative wieder unheimlich gern, diesmal mit gleich drei Programmpunkten:

Zum Festivalauftakt am 31. März haben wir ein abwechslungsreiches Kurzfilmprogramm für euch zusammengestellt: Gewohnt vielfältig und bunt, garantiert queer und für jeden Geschmack etwas dabei. Wir zeigen euch drei der Filme Original mit englischen Untertiteln, die anderen drei auf englisch. Los geht’s mit einem Sektempfang ab 20.30 Uhr!

Am 8. April sucht Joey in AWOL nach ihrem persönlichen Glück und stellt hierbei die Frage, ob der amerikanische Traum nur ein Mythos ist oder doch Realität werden kann. Danach wird in CHEMSEX wird ein lebensgefährlicher Trend beleuchtet. Unbedingt empfehlenswert!

Wir wünschen gute Unterhaltung!

 

QUEERE KURZFILME

QUEERE KURZFILME (c) bei den Regisseuren

THE KOALA’S FOOT
SÉBASTIEN BÉLIER, FRANKREICH 2015, 12 min.
Wochenende. Jules und Killian verbringen den ganzen Tag im Bett: Quatschen, lachen, Gitarre spielen, die Zeit anhalten…

SCARLINES
STEPHANIE YOUNG, CANADA 2013, 20 min.
In seinem Heimatdorf wurde Jack von seinen Eltern für tot erklärt, die Transition und das eigene Kind verleugnend. Zur Beerdigung seiner Mutter kehrt er nach Jahren zurück.

WE WERE WAVES ONCE
ASLI UMUT, UK 2015, 16 min.
Als Schriftstellerin verbringt Cocteau ihre meiste Zeit alleine in ihrer Wohnung, andere Menschen beobachtend, immer auf der Suche nach Inspiration. Als sie vom Tod ihres Vaters erfährt, trifft sie auf ihre Nachbarin Alicia und verliebt sich.

THE COMMITMENT
ALBERT M. CHAN, CANADA/USA 2012, 20 min.
Die Facetten einer Adoption und deren Herausforderungen an eine Beziehung.

FALLING ANGELS
MARIA WINTHER OLSEN, DÄNEMARK/FÄRÖER-INSELN, 28 min.
Barbara, die Neue im Chor und auf der Insel, verdreht Pastorentochter Julia den Kopf.

MASCARAS
DAVID SAN JUAN, BELGIEN, 13 min.
Ein hoffnungsloser Romantiker hat sich erneut von den leeren Versprechungen eines Aufreißers täuschen lassen… und reagiert einfach mal anders.

31.3.  21.15  Studio 3 Kinemathek, Sektempfang im Kinofoyer ab 20.30 Uhr
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €


 

AWOL

Filmstill von AWOL

AWOL (c) Asya Danilova

Deb Shoval/ Karolina Waclawiak, USA 2016, 85min, engl. Originalfassung mit dt. UT

Unerlaubtes, eigenmächtiges Entfernen vom Militär – absent without official leave kurz AWOL – so kann es Frau schon Mal gehen, wenn Frau ihr die Sinne vernebelt.

Auf der Suche nach sich selbst oder zumindest einer Richtung in ihrem Leben lässt Joey (Lola Kirke) sich auf die Gedankenspiele ihrer Mutter ein, sich dem Militär zu verpflichten und dadurch später das College besuchen zu können. Bis dahin vertreibt sich Joey die Zeit in der Kleinstadt mit Musik machen und an Autos schrauben.

Auf dem Rummel trifft sie auf die deutlich ältere Reyna (Breeda Wool) und ist sofort elektrisiert von Reynas Schönheit und scheinbaren Unbekümmertheit. Intensive Blickkontakte von der ersten Begegnung an, die darin münden, dass Reyna den Eiswagen entert, in dem Joey jobbt. Es sprühen die Funken zwischen den beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite Reyna, die zweifache Mutter – wie Joey beim Erwachen nach der ersten gemeinsamen Nacht feststellt – und auf der Suche nach ein bisschen Spaß und echter Aufmerksamkeit, die sie von ihrem fast immer abwesenden Trucker-Ehemann nicht erhält. Auf der anderen Seite die offen lesbische Joey, die mittendrin steckt eine wegweisende Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen, sich aber Hals über Kopf verliebt.

Sie geben sich hin, entfernen sich, treffen zufällig wieder aufeinander, verlieren sich in ihrer Zweisamkeit und scheinbaren Idylle, werden wachgerüttelt, lassen sich wieder einnebeln von ihren Gefühlen. Mal die Eine mehr, mal die Andere, hin- und hergerissen zwischen Anziehung und Verstand, aber immer wieder mit konträrem Timing.

So kommt es, dass ausgerechnet Reyna Joey drängt, ihr Leben nicht wegzuwerfen, sondern zum Militär zu gehen. Auf Heimaturlaub vor dem nächsten Einsatz sucht Reyna nach dem Tod ihrer Mutter Halt bei Joey, jetzt wäre sie bereit wäre zu ihren Gefühlen zu stehen und gemeinsam mit Joey aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen und nach Kanada durchzubrennen. Was Joey zum wiederholten Mal ins Straucheln kommen lässt: Der militärischen Verpflichtung nachkommen oder unerlaubt fernbleiben?

Tolle Schauspieler reißen uns mit in diesen Strudel der Gefühle, lassen uns tief eintauchen, die Idylle aufsaugen. 2011 zunächst als Kurzfilm entstanden und preisgekrönt, begeisterte der Film unter der Regie von Deb Shoval dermaßen, dass ausschließlich über Spenden finanziert, dieser bildschöne Langflim realisiert werden konnte.

8. April  19.00  Studio 3 Kinemathek
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €


CHEMSEX

Filmstill von CHEMSEX

CHEMSEX (c) PRO-FUN MEDIA GmbH

William Fairman/Max Gogarty, GB 2015, 83 Min., dt. UT

“Du wirst keinen Sex mehr haben ohne Drogen. Du wirst keine Drogen mehr nehmen ohne Sex.“ Diese Äußerung eines Betroffenen beschreibt exakt den Teufelskreis in den viele junge Schwule hineingeraten, auf der Suche nach dem ultimativen Sex-Erlebnis. In Zeiten des Internet und Grindr ist das nächste Date nicht weit entfernt und das übernächste auch nicht. Die enthemmende Wirkung von Crystal Meth, GHB und Mephedron führt in vielen Fällen zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und erhöht auch die Bereitschaft, sich auf extreme Sexualpraktiken mit hohem Ansteckungsrisiko einzulassen. In London infizieren sich pro Tag fünf Männer mit dem HI-Virus. Dafür sind nicht allein die promisken Sexualkontakte verantwortlich (in manchen Fällen bis zu 15 verschiedene Partner pro Wochenende), sondern auch der bei Chemsex-Gruppensessions übliche Austausch und die Mehrfachverwendung von Spritzen. CHEMSEX skizziert die schiere Ausweglosigkeit einer doppelten Sucht, der nach Sex und der nach Drogen. Diesen Kampf gegen die Sucht aufzunehmen hat sich eine sexual health clinic des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS auf ihre Fahnen geschrieben. Die mitten im Zentrum des schwulen Viertels in Soho, in der Dean Street gelegene Einrichtung, ist eine Anlaufstelle für Hilfesuchende geworden, die ihr Leben in Zukunft wieder selbst bestimmen möchten.

Die britische Doku CHEMSEX zeigt als einer der ersten Filme überhaupt auf verstörend direkte und auch schockierende Art die Lebenswirklichkeit zahlreicher betroffener Männer in der Metropole London.

Sa 8.4.  21.15  Studio 3 Kinemathek
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €

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