LILTING

LILTING

Hong Khaou, Großbritannien 2013, dt. UT, 91 Min.

Nach dem schmerzlichen Verlust seines verstorbenen Partners Kai versucht Richard eine Beziehung zu dessen Mutter Junn aufzubauen, einer Immigrantin chinesisch-kambodschanischer Abstammung. Doch die eigensinnige Junn, die von der Homosexualität ihres Sohnes und der Liebe zwischen den beiden jungen Männern bislang nichts wusste, lässt an ihrer Abneigung gegenüber ihrem „Schwiegersohn“ keinen Zweifel. Um die Kommunikation zu verbessern, engagiert Richard eine Dolmetscherin, die regelmäßig in das Londoner Altersheim kommt, in dem Junn lebt. Sie hilft dabei nicht nur den beiden Trauernden, sondern ermöglicht Junn auch die Kontaktaufnahme mit einem charmanten älteren Herrn, der ein Auge auf die fremdländische Dame geworfen hat.

Mit seinem ersten Spielfilm LILTING hat Regisseur Hong Khaou ein berührend sensibles Werk vorgelegt, das in intimen Rückblenden von einer zärtlichen Liebesbeziehung, von „schwiegermütterlicher“ Skepsis, einem posthumen Coming out und der einenden Kraft der Trauer erzählt. Darüber hinaus thematisiert Khaou, der auch das Drehbuch verfasst hat, weitere gesellschaftliche Aspekte, wie Liebe im Alter oder die Isolation, in der die erste Generation von Einwanderern in ihrer neuen Heimat lebt.

Beim Sundance Filmfest 2014 mit dem Preis für den besten ausländischen Film ausgezeichnet, besticht LILTING nicht nur durch seine Nahaufnahmen, sondern auch durch das überzeugende Spiel der Darsteller. Vor allem die Hauptdarsteller Ben Wishaw, unter anderem bekannt als Grenouille in Tom Tykwers DAS PARFUM oder als frisch gebackener Q im letzten JAMES BOND, und die legendäre Hongkonger Schauspielerin Cheng Pei Pei (TIGER AND DRAGON) verleihen dem Film und seiner Geschichte überzeugenden Ausdruck.

FREITAG 3.10., 20.30

 

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VULVA 3.0

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