PRIDE PICTURES meets queerKultur 2017

 

Das dritte queerKULTUR-Festival wird vom 31. März bis 17. April 2017 stattfinden. Wir unterstützen die Initiative wieder unheimlich gern, diesmal mit gleich drei Programmpunkten:

Zum Festivalauftakt am 31. März haben wir ein abwechslungsreiches Kurzfilmprogramm für euch zusammengestellt: Gewohnt vielfältig und bunt, garantiert queer und für jeden Geschmack etwas dabei. Wir zeigen euch drei der Filme Original mit englischen Untertiteln, die anderen drei auf englisch. Los geht’s mit einem Sektempfang ab 20.30 Uhr!

Am 8. April sucht Joey in AWOL nach ihrem persönlichen Glück und stellt hierbei die Frage, ob der amerikanische Traum nur ein Mythos ist oder doch Realität werden kann. Danach wird in CHEMSEX wird ein lebensgefährlicher Trend beleuchtet. Unbedingt empfehlenswert!

Wir wünschen gute Unterhaltung!

 

QUEERE KURZFILME

QUEERE KURZFILME (c) bei den Regisseuren

THE KOALA’S FOOT
SÉBASTIEN BÉLIER, FRANKREICH 2015, 12 min.
Wochenende. Jules und Killian verbringen den ganzen Tag im Bett: Quatschen, lachen, Gitarre spielen, die Zeit anhalten…

SCARLINES
STEPHANIE YOUNG, CANADA 2013, 20 min.
In seinem Heimatdorf wurde Jack von seinen Eltern für tot erklärt, die Transition und das eigene Kind verleugnend. Zur Beerdigung seiner Mutter kehrt er nach Jahren zurück.

WE WERE WAVES ONCE
ASLI UMUT, UK 2015, 16 min.
Als Schriftstellerin verbringt Cocteau ihre meiste Zeit alleine in ihrer Wohnung, andere Menschen beobachtend, immer auf der Suche nach Inspiration. Als sie vom Tod ihres Vaters erfährt, trifft sie auf ihre Nachbarin Alicia und verliebt sich.

THE COMMITMENT
ALBERT M. CHAN, CANADA/USA 2012, 20 min.
Die Facetten einer Adoption und deren Herausforderungen an eine Beziehung.

FALLING ANGELS
MARIA WINTHER OLSEN, DÄNEMARK/FÄRÖER-INSELN, 28 min.
Barbara, die Neue im Chor und auf der Insel, verdreht Pastorentochter Julia den Kopf.

MASCARAS
DAVID SAN JUAN, BELGIEN, 13 min.
Ein hoffnungsloser Romantiker hat sich erneut von den leeren Versprechungen eines Aufreißers täuschen lassen… und reagiert einfach mal anders.

31.3.  21.15  Studio 3 Kinemathek, Sektempfang im Kinofoyer ab 20.30 Uhr
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €


 

AWOL

Filmstill von AWOL

AWOL (c) Asya Danilova

Deb Shoval/ Karolina Waclawiak, USA 2016, 85min, engl. Originalfassung mit dt. UT

Unerlaubtes, eigenmächtiges Entfernen vom Militär – absent without official leave kurz AWOL – so kann es Frau schon Mal gehen, wenn Frau ihr die Sinne vernebelt.

Auf der Suche nach sich selbst oder zumindest einer Richtung in ihrem Leben lässt Joey (Lola Kirke) sich auf die Gedankenspiele ihrer Mutter ein, sich dem Militär zu verpflichten und dadurch später das College besuchen zu können. Bis dahin vertreibt sich Joey die Zeit in der Kleinstadt mit Musik machen und an Autos schrauben.

Auf dem Rummel trifft sie auf die deutlich ältere Reyna (Breeda Wool) und ist sofort elektrisiert von Reynas Schönheit und scheinbaren Unbekümmertheit. Intensive Blickkontakte von der ersten Begegnung an, die darin münden, dass Reyna den Eiswagen entert, in dem Joey jobbt. Es sprühen die Funken zwischen den beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite Reyna, die zweifache Mutter – wie Joey beim Erwachen nach der ersten gemeinsamen Nacht feststellt – und auf der Suche nach ein bisschen Spaß und echter Aufmerksamkeit, die sie von ihrem fast immer abwesenden Trucker-Ehemann nicht erhält. Auf der anderen Seite die offen lesbische Joey, die mittendrin steckt eine wegweisende Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen, sich aber Hals über Kopf verliebt.

Sie geben sich hin, entfernen sich, treffen zufällig wieder aufeinander, verlieren sich in ihrer Zweisamkeit und scheinbaren Idylle, werden wachgerüttelt, lassen sich wieder einnebeln von ihren Gefühlen. Mal die Eine mehr, mal die Andere, hin- und hergerissen zwischen Anziehung und Verstand, aber immer wieder mit konträrem Timing.

So kommt es, dass ausgerechnet Reyna Joey drängt, ihr Leben nicht wegzuwerfen, sondern zum Militär zu gehen. Auf Heimaturlaub vor dem nächsten Einsatz sucht Reyna nach dem Tod ihrer Mutter Halt bei Joey, jetzt wäre sie bereit wäre zu ihren Gefühlen zu stehen und gemeinsam mit Joey aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen und nach Kanada durchzubrennen. Was Joey zum wiederholten Mal ins Straucheln kommen lässt: Der militärischen Verpflichtung nachkommen oder unerlaubt fernbleiben?

Tolle Schauspieler reißen uns mit in diesen Strudel der Gefühle, lassen uns tief eintauchen, die Idylle aufsaugen. 2011 zunächst als Kurzfilm entstanden und preisgekrönt, begeisterte der Film unter der Regie von Deb Shoval dermaßen, dass ausschließlich über Spenden finanziert, dieser bildschöne Langflim realisiert werden konnte.

8. April  19.00  Studio 3 Kinemathek
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €


CHEMSEX

Filmstill von CHEMSEX

CHEMSEX (c) PRO-FUN MEDIA GmbH

William Fairman/Max Gogarty, GB 2015, 83 Min., dt. UT

“Du wirst keinen Sex mehr haben ohne Drogen. Du wirst keine Drogen mehr nehmen ohne Sex.“ Diese Äußerung eines Betroffenen beschreibt exakt den Teufelskreis in den viele junge Schwule hineingeraten, auf der Suche nach dem ultimativen Sex-Erlebnis. In Zeiten des Internet und Grindr ist das nächste Date nicht weit entfernt und das übernächste auch nicht. Die enthemmende Wirkung von Crystal Meth, GHB und Mephedron führt in vielen Fällen zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und erhöht auch die Bereitschaft, sich auf extreme Sexualpraktiken mit hohem Ansteckungsrisiko einzulassen. In London infizieren sich pro Tag fünf Männer mit dem HI-Virus. Dafür sind nicht allein die promisken Sexualkontakte verantwortlich (in manchen Fällen bis zu 15 verschiedene Partner pro Wochenende), sondern auch der bei Chemsex-Gruppensessions übliche Austausch und die Mehrfachverwendung von Spritzen. CHEMSEX skizziert die schiere Ausweglosigkeit einer doppelten Sucht, der nach Sex und der nach Drogen. Diesen Kampf gegen die Sucht aufzunehmen hat sich eine sexual health clinic des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS auf ihre Fahnen geschrieben. Die mitten im Zentrum des schwulen Viertels in Soho, in der Dean Street gelegene Einrichtung, ist eine Anlaufstelle für Hilfesuchende geworden, die ihr Leben in Zukunft wieder selbst bestimmen möchten.

Die britische Doku CHEMSEX zeigt als einer der ersten Filme überhaupt auf verstörend direkte und auch schockierende Art die Lebenswirklichkeit zahlreicher betroffener Männer in der Metropole London.

Sa 8.4.  21.15  Studio 3 Kinemathek
Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe
Eintritt 7,- €

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