GENDERBENDE

SOPHIE DROS | NIEDERLANDE 2017
68 MIN. | HOLLÄNDISCH MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

GENDERBENDE ist eine einfühlsame Dokumentation über sieben queere Persönlichkeiten, die sich niemals männlich oder weiblich gefühlt haben, sondern immer irgendwo dazwischen. Sie nehmen uns mit auf eine Reise in ihre Welten, fernab von binären Denkweisen.

Regisseurin Sophie Dros spielt bewusst mit den aufkommenden Kuriositäten, die etwa entstehen durch Interesse oder Unverständnis für alles außerhalb der Gendernorm. Und so drängt sich die Frage auf, ob nicht jeder irgendwie genderfluid ist, der nicht in die eingebrannte binären Genderstrukturen passt. Auf der anderen Seite verbinden viele Menschen mit „genderfluid“ ein ständiges hin und her, des „mal männlich-, mal weiblich-Fühlens“. Aber was, wenn ich mich doch einfach immer gleich und vor allem richtig fühle in meinem Körper? Und lediglich die Wahrnehmung für Außenstehende meist nicht der meinigen entspricht? Es sind die Schranken in den Köpfen, die bisweilen Hindernisse darstellen. Als genderqueerer Mensch geht es nicht darum sich einzuordnen, schon gar nicht in Schubladen. So führt der Versuch im Film, die Protagonisten zu einer binären Aussage über sich zu bringen, bestenfalls zum Schmunzeln und lässt sie auf dem Weg zu einer Antwort mächtig kreativ werden. Der Film verdeutlicht eindringlich, dass zum Bestehen in einer überwiegend binär geprägten Welt vor allem eines gehört: Eine gehörige Portion Selbstbewusstsein.

So lässt sich der Film auch als Appell verstehen, die binären Denkstrukturen aufzubrechen – wenigstens zu überdenken – und stattdessen den individuellen Charakter eines Menschen genauer zu betrachten: Wenn jede*r einfach so sein darf, wie es sich für ihn*sie richtig anfühlt, braucht es keine Schubladen, sondern nur ein gesundes Gespür für sich selbst.

Sonntag 21.10. 20.00

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