Verleihung des 3. QUEERSCOPE-DEBÜTFILMPREISES

Ofir Raul Graizer wird in Karlsruhe für THE CAKEMAKER ausgezeichnet

Am 20.10.2018 wurde in der ausverkauften Kinemathek Karlsruhe im Rahmen der  25. PRIDE PICTURES | QUEER FILM FESTIVAL KARLSRUHE zum dritten Mal der QueerScope-Debütfilmpreis verliehen. Der mit 5.000 € dotierte Preis ging an das israelisch-deutsche Filmdrama THE CAKEMAKER. Damit würdigt QueerScope – Verband der unabhängigen queeren Filmfestivals in Deutschland e.V. die Leistung des Regisseurs und Drehbuchautors Ofir Raul Graizer, der acht Jahre lang ohne deutsche Filmförderung an seinem Spielfilmdebüt arbeitete.

“Mit der Erhöhung des Preisgelds auf 5.000 Euro möchten wir ein Zeichen setzen und dazu beitragen, dass sich der Filmnachwuchs verstärkt mit queeren Themen auseinandersetzt. Umso mehr freut es uns, dass THE CAKEMAKER am 1. November bundesweit in den deutschen Kinos startet. Queere Filme gehören auch außerhalb der Festivals ins Kino“, betonte  QueerScope-Vorstand Ludwig Sporrer auf der Preisverleihung.

Seine Weltpremiere feierte THE CAKEMAKER auf dem 52. Karlovy Vary Film Festival und wurde vor Kurzem auch von der israelischen Akademie für Film und Fernsehen mit sieben Ophir Awards ausgezeichnet. Er geht als israelischer Beitrag um den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film 2018 ins Rennen.

Langsam und ruhig erzählt uns Ofir Raul Graizer eine nachdenkliche, berührende Geschichte, die die Verbindungen zwischen Berlin und Jerusalem, Deutschen und Israelis, Hetero- und Homosexualität, Untreue und Vergebung, religiösem Glauben und Säkularität, Liebe und Verlust beleuchtet. Es ist eine Geschichte über zurückhaltende Menschen und ihre Einsamkeit, geteilte Trauer und Liebe zum selben Mann, die in einer religiösen Gesellschaft nicht offenbart werden kann.

Die dargestellten Charaktere sind Symbole der Flüchtigkeit von Bindung und der Durchlässigkeit von Grenzen. Traurig und süß – und mit einer außergewöhnlichen Lyrik – glaubt THE CAKEMAKER an eine Liebe, die weder Nationalität, sexuelle Orientierung noch religiöser Glaube abschrecken kann.

Die Kooperation deutscher LSBTTIQ-Filmfestivals unter dem Namen QueerScope besteht bereits seit über einem Jahrzehnt. Im Mai 2017 wurde in Köln der Verband QueerScope e.V. gegründet und vertritt aktuell 16 Festivals in Deutschland. Zusammen zählen sie weit über 30.000 Besucher jedes Jahr. Mit dem 2016 eingeführten QueerScope-Debütfilmpreis soll der Filmnachwuchs gefördert und ermutigt werden, sich mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, intersexuellen, transidenten und queeren Themen auseinanderzusetzen.

2016 wurde bereits die Schwedin Sara Jordenö für ihren gefeierten Dokumentarfilm KIKI im Rahmen des  6. Filmfest homochrom in Köln ausgezeichnet. 2017 erhielt beim 21. Queer Filmfest Weiterstadt der britische Regisseur und Drehbuchautor Francis Lee für sein Drama GOD’S OWN COUNTRY den Preis.

Für den 3. QueerScope-Debütfilmpreis waren 36 Debütfilme der Produktionsjahre 2017 und 2018 nominiert. Die QueerScope-Festivals freuen sich in diesem Jahr mit THE CAKEMAKER einen stillen, ernsthaften und sensiblen Film über eine Liebe auch jenseits der Geschlechtergrenzen prämieren zu können.

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr in der Kinemathek Karlsruhe bei den 25. PRIDE PICTURES, einem der ältesten queeren Filmfestivals in Deutschland, statt. “Es freut uns außerordentlich, den Debütfilmpreis zu unserem Festivaljubiläum verleihen zu dürfen. Damit setzen wir in Karlsruhe ein wichtiges Zeichen für die queere Kulturlandschaft,” so PRIDE PICTURES-Vorstand Andreas Stockert. Im Anschluss wurde der Film in Anwesenheit des Regisseurs und Drehbuchautors Ofir Raul Graizer, mit abschließender lebhafter Diskussion präsentiert.

www.queerscope.de

 

25. PRIDE PICTURES mit neuem Besucherrekord
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